Blickpunkt Nottuln
25.05.2026
Blickpunkt Nottuln
Diese Bild entstand, nachdem sich die Ricke etwas von uns entfernt hatte und im weniger hohen Gras verweilte. Ihre sanften, dunklen Augen wirken nicht ängstlich, sondern eher vertraut
Blickpunkt Nottuln
An dieser durchs hohe Gras verdeckten, im Moment erstarrten Ricke, wären wir fast vorbeigelaufen, wenn nicht unser Terrier Sir Trusty uns auf sie aufmerksam gemacht hätte

Abendstund hat Gold im Mund

Ein zauberhafter Abend

In den Abendstunden gehen wir gerne noch ein paar Schritte durchs Nonnenbachtal, ein Naturschutzgebiet. Begleitet wurden wir durch unseren Jack Russell Sir Trusty. Es war ein schöner Abend, die Sonne stand tief am Abendhimmel und ein leichter Wind wiegte sanft das hohe Gras.

Meine Frau und ich unterhielten uns über Rehe, die eigentlich jetzt ihre Kitze setzen. Schon über einen längeren Zeitraum hatten wir kein Rehwild mehr gesehen. Doch plötzlich schaute Trastl, so der Spitzname unseres Hundes, sehr interessiert nach links. Unsere Augen folgten schnell seinem Blick, hatte er uns doch schon oft Tiere in der Natur angezeigt. Und da stand sie tatsächlich, eine ausgewachsene Ricke, die im ersten Moment eher wie eine Silhouette, fast wie eine Fata Morgana auf uns wirkte.

Wäre Trastl nicht gewesen, so wären wir vermutlich an ihr vorbeigelaufen, obwohl sie nur acht bis zehn Meter von uns entfernt verweilte. Regungslos und größtenteils durch hohes Gras verdeckt schaute sie uns mit ihren großen, dunklen Augen an. Wir verharrten ebenfalls auf der Stelle und genossen den zauberhaften Anblick.

Und das sind Momente, die ich gerne mit meiner Kamera festhalte und sie deshalb täglich mitführe - die Bilder zeugen davon. Vermutlich hat die Ricke ihre beiden Kitze (sie bekommt meist Zwillinge) im hohen Gras abgelegt und ist getrennt von ihnen auf Futtersuche gegangen. Das ist in den ersten Lebenswochen ein völlig normales Verhalten und dient dem Schutz der Jungen, denn junge Rehkitze haben kaum Eigengeruch, damit sie von ihren Fressfeinden möglichst nicht aufgespürt werden. Die Ricke selbst entfernt sich ganz bewusst von ihren Kitzen und kommt nur zum Säugen vorbei.
Übrigens: Wenn Sie ein scheinbar verlassenes Rehkitz finden, so ist dieses in der Regel nicht verwaist. Berühren Sie das Kitz auf keinen Fall, da ansonsten die Gefahr besteht, dass die Ricke es wegen des menschlichen Geruchs verstößt.

Nach diesem beeindruckenden, schönen Erlebnis traten wir glücklich und zufrieden den Nachhauseweg an. Diese kleine, heute erlebte Geschichte widmen wir Menschen, denen es momentan nicht so gut geht, aus welchen Gründen auch immer. Wir hoffen, dass sie beim Lesen und Betrachten der Bilder Freude empfinden und sich etwas besser fühlen.

"Frohe Pfingsten" und ebenfalls das Erleben solch bezaubernder Momente, das wünschen wir Ihnen.

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

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