Blickpunkt Nottuln
16.03.2026
Blickpunkt Nottuln

Hundefreunde werden um besondere Rücksichtnahme gebeten.
Die natürlich gebildeten Teiche sind keine Hundebadewanne!

Nimmt doch die Mehrheit der Hundefreunde grundsätzlich Rücksicht auf die Tierwelt im Naturschutzgebiet Nonnenbachtal, so haben wir dort in den letzten Tagen genau das Gegenteil erfahren müssen, und das in der Schonzeit!
Wir sind wahrhaftig keine Spaßbremsen, aber wenn ein Rudel von rund 10 Hunden weit ab von Wegen munter und vollkommen unkontrolliert durch die Wiesen und Wälder des Nonnenbachtals rast und nicht einmal vor den Wasser- und Sumpfgebieten haltmacht, dann geht das entschieden zu weit. Es ist rücksichtslos, solche "Hundefreunde" machen den anderen das "Gedinge" kaputt. Das kann letztendlich dazu führen, dass in Zukunft jeder Hund im NSG angeleint werden muss, auch diejenigen, die gehorchen - Das wäre schade! (Rein juristisch betrachtet, gilt im NSG ohnehin die Leinenpflicht.)

Zugegebenermaßen kann es im Moment zwar ganz nett aussehen, wenn eine Hundemeute herumtollt und zeigt, welche Freude Hunde untereinander haben können und wie viel Leben in ihnen steckt - aber gelinde gesagt, tut es den übrigen schutzlosen Lebewesen im Naturschutzgebiet wahrlich nicht gut. Und damit meinen wir nicht die übernatürlich vielen Mäuse im Nonnenbachtal, sondern das Rehwild, die Hasen, die Fasane oder auch die Wasservögel und andere, die sich zurzeit dort niederlassen. Sie suchen momentan alle ein ruhiges, geschütztes Plätzchen für die Geburt und Aufzucht ihres Nachwuchses. Das muss respektiert werden! Gerade richtige Hundefreunde sind der Natur besonders zugewandt, so zumindest unser Eindruck.

Unsere Redaktion hat auch einen Hund, einen Jack-Russell-Terrier. Doch sein "Herrchen" ist kein Jäger, und wenn, dann nur mit der Fotokamera. Trastl (sein Spitzname), der ihn täglich durchs Nonnenbachtal begleitet, hat schon als kleiner Welpe gelernt, bei dem Kommando "Steh" an dem Ort zu verharren, wo er sich gerade befindet. Das funktioniert bis heute sehr gut, auch wenn sich Wildtiere wie Rehe oder Hasen in der Nähe zeigen.
Und nur so hat sein Herrchen die Möglichkeit, diese bildhübschen Wildtiere in Ruhe zu beobachten und sie auch eindrucksvoll abzulichten, wie die vielen Fotografien über Jahre in den "Westfälischen Nachrichten (WN)" und jetzt in unserer Online-Zeitung "Nottulner Blickpunkt (NB)" zeigen.
Fast alle Menschen empfinden bei Begegnungen mit diesen Tieren viel Freude und diejenigen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, erfreuen sich an den bebilderten Artikeln im NB.

Unsere Redaktion will das erst einmal nicht weiter ausführen, bittet aber alle Hundefreunde abschließend noch einmal, dafür Sorge zu tragen, dass ihre Hunde nicht in die geschützten Gebiete eindringen. Und das schon gar nicht in der Schonzeit, in der die Wildtiere geboren oder ausgebrütet und aufgezogen werden. 
Auch die Wasserfläche in der Wiese am Wasserwerk gehört zu den Schutzgebieten und ist wahrhaftig keine Hundebadewanne. Dort nisten momentan Wildgänse und Stockenten! Rehe werden hier in Kürze ihre Kitze setzen usw.

Übrigens: Eine Hundemeute gehört im Naturschutzgebiet an die Leine, sonst steckt ein Hund den anderen mit seinem Freiheits- und Rudeldrang sowie seinem Jagdtrieb an. Das kann ich als erfahrener Hundeausbilder, Übungsleiter und erfolgreicher Hundeführer im DVG und SV sagen. 

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

Kröten und Bergmolche wandern zu ihren Laichplätzen

Die momentan steigenden Temperaturen sind der Anlass, dass sich die Kröten auf den Weg zu ihren Laichplätzen begeben. Heute Nacht entdeckten wir auf dem Ludgeruspättken die ersten Exemplare. Offensichtlich war der Mühlenteich ihr Ziel. In einem Abstand von einem halben bis zu einem Meter untereinander saßen sie ruhig auf dem Boden und waren ohne Taschenlampe kaum zu erkennen. Somit besteht die Gefahr, dass sie durch Fußgänger oder Radfahrer verletzt oder getötet werden können.

Kröten wandern oft mehrere Tage zu den bis zu mehreren Kilometern entfernten Laichplätzen, schließlich schaffen sie täglich nur rund einen halben Kilometer. Nachts halten sie sich oft auf dem durch Sonneneinstrahlung aufgewärmten Straßenasphalt auf, dort sind sie durch den Verkehr besonders gefährdet.

Alle Kröten scheiden übrigens aus den Drüsen ihrer warzigen Haut starke Bitterstoffe aus, die sie vor Hautparasiten, aber auch vor möglichen Fressfeinden wie Ringelnatter und Storch schützen. Haben Sie die Kröte mit bloßen Händen angefasst, sollten Sie danach auf keinen Fall ihre Augen oder ihren Mund berühren. Handschuhe sind beim Anfassen und Transportieren hilfreich. Diese Bitterstoffe sind  bereits in den  3.000 bis 8.000 Eiern, die sie in Laichschnüren ins Gewässer abgeben und somit auch in den daraus entstehenden Kaulquappen eingelagert. Sie schützen sie vor ihren Fressfeinden, den Fischen.

Erstaunt waren wir über einige Bergmolche, die wohl ebenfalls dasselbe Ziel, den Mühlenteich hatten. Aufgrund ihrer dunkelgrauen Oberseite waren sie nur schlecht auf dem Boden zu erkennen. Auch sie bewegten sich kaum und sind der gleichen Gefahr ausgesetzt. Bergmolche sind übrigens sehr hübsch und filigran, ihre Unterseite ist bei den Männchen orangerot gefärbt.

Wir möchten Sie bitten, in den nächsten Tagen überall Acht auf Kröten, Bergmolche und alle anderen Lurcharten zu geben, damit sie unverletzt ihre Laichplätze, in denen sie auch geboren wurden, erreichen. Die Kröten- und Bergmolchwanderung dauert noch mindestens bis Ende März an, kann sich aber aufgrund der Witterungsbedingungen noch bis Mitte April hinziehen. Nach dem Ablaichen (Ende März/Anfang April) zieht sich die Kröte wieder auf das Festland zurück und besiedelt Offenland, Wälder und gerne auch Gärten.

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

 

Der "Übeltäter" wurde endlich gesichtet ...

Schon seit Wochen treibt der große Kerl wieder sein "Unwesen" im Nonnenbachtal: Formidable Erdhügel zeugen davon! Oft und lange habe ich auf der Lauer gelegen. Doch erst heute Morgen hatte ich das große Glück, ihn zu erwischen, obwohl er versuchte, sich hinter einem großen Erdhügel zu verstecken. Es ist wahrhaftig ein Prachtkerl, ein Königsmaulwurf eben, allerdings mit seltsam großen Ohren. In der Fachliteratur war nichts über diese seltsame Gattung zu erfahren, so tief ich auch recherchierte. 

Der Versuch, mit dem braunen Kerlchen mehr Tuchfühlung aufzunehmen, schlug fehl, blitzartig flüchtete er. Noch nie habe ich einen Maulwurf so schnell laufen sehen. Schon ein seltenes Exemplar, hat nicht nur lange Ohren, sondern auch noch lange Beine. Vielleicht handelt es sich ja um einen Neozoen beziehungsweise Neophyten.

Wir werden das quirlige Kerlchen im Auge behalten, schließlich sind Maulwürfe wahrhaftig keine Übeltäter oder treiben ihr Unwesen, sondern sind äußerst nützlich und unentbehrlich für das Ökosystem und den Artenschutz, denn:  

Sie sind Bodenverbesserer, indem sie den Boden belüften und lockern, was das Pflanzenwachstum fördert.
Sie sind Schädlingsbekämpfer, denn ein Maulwurf frisst täglich etwa die Hälfte seines Körpergewichts, darunter Engerlinge (Larven von Maikäfern), Schnakenlarven, Schnecken und andere Schädlinge, die Pflanzenwurzeln angreifen.
Sie vertreiben Kleinsäuger,
wie Wühlmäuse aus ihrem Revier.
Sie hinterlassen wertvolle Erde, denn der Aushub der Maulwurfshügel ist nährstoffreich und unkrautfrei. Diese Erde eignet sich gut als Pflanz- oder Anzuchterde (Darf aber aus einem Naturschutzgebiet nicht entnommen werden).
Und ganz wichtig: Sie fördern die Artenvielfalt, denn ihre unterirdischen Gänge bieten Schutz und Lebensraum für andere Tiere wie Wildbienen, Erdkröten und Regenwürmer.

Diese Pfundskerle sind also unentbehrlich für unser Ökosystem und die Artenvielfalt!

Da kann man nur hoffen, dass die Gemeinde Nottuln, als Eigentümer dieser Wiesen im Naturschutzgebiet Nonnenbachtal, dafür Sorge trägt, dass der Landwirt, der hier die Mahd vollzieht, nicht alles plattwalzt, das ist nicht zulässig! 
Und das aus gutem Grunde, denn die Erdhügel sind überlebenswichtig für die geschützten Maulwürfe. Sie dienen dazu, Frischluft in das unterirdische Gangsystem zu leiten. Maulwürfe benötigen unbedingt den darin enthaltenen Sauerstoff. Werden die Löcher unter den Hügeln verschlossen, kann der Maulwurf ersticken. 

Maulwürfe sind übrigens nach der Bundesartenschutzverordnung und dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Es ist verboten, die Tiere zu fangen, zu verletzen, zu töten oder ihre Nester und Lebensstätten (Gänge) zu beschädigen. Hügel sind Teil des Gangsystems und dienen, wie bereits angeführt, der Belüftung des Gangsystems. Das Zerstören der Hügel (Plattwalzen) wird als Beschädigung der Lebensstätte gewertet. Verstöße hiergegen werden als Ordnungswidrigkeit mit empfindlichen Bußgeldern geahndet, insbesondere dann, wenn der Verstoß in einem Naturschutzgebiet stattfindet. 

Und wenn Sie als Naturfreundin oder Naturfreund im Naturschutzgebiet Nonnenbachtal spazieren gehen, dann halten Sie Ausschau: Vielleicht begegnen ja auch Sie diesem großartigen, quirligen Königsmaulwurf. Er ist schon bemerkenswert, denn er verschwindet nicht wie üblich über den Maulwurfshügel in sein unterirdisches Gangsystem, sondern gibt Hackengas und sucht das Weite. Und wenn Sie ganz genau hinschauen, werden Sie vielleicht auch erkennen, um wen es sich hier wirklich handelt, oder?

Mit besten Grüßen
Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

Doch der kleine Vogel gilt auch als Symbol für den Besuch verstorbener Angehöriger 

Das kann ich durchaus bestätigen, denn kurz vor Weihnachten begegnete mir ein wunderschönes Rotkehlchen an der Grabstätte unserer Mutter auf dem Nottulner Friedhof. Ich war gerade mit Pflanzarbeiten beschäftigt und habe sie natürlich sofort unterbrochen. Das Rotkehlchen schaute mich prüfend an und untersuchte ganz nebenbei den von mir aufgewühlten Boden nach Nahrung. Kaum war es damit fertig, setzte es sich direkt vor mir auf die Grablaterne und genoss die von unten aufsteigende Wärme der dort brennenden Kerze; ganz schön clever.

Es war ein schöner gemeinsamer Moment des Vertrauens und des Innehaltens. Später begegnete mir ein weiteres, ebenfalls sehr hübsches Exemplar im Naturschutzgebiet Nonnenbachtal.
Rotkehlchen singen übrigens fast das ganze Jahr über und vertreiben Eindringlinge in ihr Territorium - trotz ihres niedlichen Aussehens - sehr nachhaltig. Sie scheinen auch Überlebenskünstler zu sein, denn man sieht sie gegenüber anderen Singvögeln noch relativ oft.

Wir hoffen, auch Sie haben ein bisschen Freude an ihnen und vielleicht auch ein eigenes Rotkehlchen im Garten. Und wenn nicht, dann sollten Sie die Vögel zumindest über die kalte Jahreszeit füttern und einige Nistkästen (für Rotkehlchen sogenannte Halbhöhlen) an geeigneten Orten anbringen. Das Einflugloch oder der Einflugbereich muss zum Schutz vor der Wetterseite (Westen) und praller Mittagssonne (Süden) jeweils nach Osten oder Südosten zeigen.
Sie werden schon nach kurzer Zeit feststellen, dass hierdurch viel mehr Leben in Ihrem Garten entsteht und Sie einen sinnvollen Beitrag zur Artenschutzerhaltung leisten, siehe auch https://www.nottuln-blickpunkt.de/316-ueber-60-prozent-der-vogelarten-haben-stark-abgenommen.

Mit besten Grüßen 

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

Die kleinen Piepmätze brauchen uns dringend

Schauen wir uns in den Gärten unserer Siedlung um, dann müssen wir leider feststellen, dass kaum noch Vogelhäuschen aufgestellt werden. Sicher, wir sind alle älter geworden, oft schon längst pensioniert, und so manchem ist es vielleicht zu viel Arbeit, die Vögel regelmäßig zu füttern. Doch wenn wir die neuesten Zahlen des IUCN (International Union for Conservation of Nature) hören, dann ist es dringend erforderlich, den noch vorhandenen Vogelbestand mit gezielter Zufütterung durch den Winter zu bringen. Ansonsten wird sich die derzeitige Entwicklung noch weiter verschlimmern. 

Deshalb unsere dringende Bitte: Stellen Sie an geeigneten Stellen Vogelfutterhäuser auf und befüllen Sie diese täglich. Wecken Sie dadurch auch das Interesse für Ihre Kinder. Denn es macht Freude, die unterschiedlichen Vogelarten beim Fressen durch ein Fenster beobachten zu können. Sei es ein Rotkehlchen, eine Meise, ein Zaunkönig oder auch "nur" eine Horde von Spatzen. Alle ermuntern uns mit ihrem fröhlichen Gezwitscher, wenn sie sich nicht weit vom Futterhaus tummeln und warten, dass ein Platz für sie frei wird. Und das geht meistens sehr schnell, denn es herrscht viel Leben in diesem Haus. Manchmal müssen sich die Gäste jedoch gedulden, dann hat sich wieder mal ein Eichhörnchen im Vogelhaus breitgemacht, und es dauert ein wenig länger. Doch zu guter Letzt werden alle satt!

Was das Futter betrifft, ist es besser, dieses selbst zu mischen. Man kann es auch so handhaben, dass man dem gemischten Streufutter weitere Sonnenblumenkerne zugibt, denn ihr Anteil ist meist zu gering, sie sind wohl etwas teurer. Zusätzlich mischen wir noch etwas Fettfutter für die "Weichfresser" darunter.

Natürlich befüllen wir jeden Abend das Futterhaus erneut, sonst haben wir am nächsten Morgen eine Reihe von Spatzen dort sitzen, die protestvoll durchs Küchenfenster hereinschauen. Manche fliegen sogar in den Blumenkasten und verleihen dem Protest massiven Nachdruck. Da heißt es, das Frühstück zu unterbrechen und erst einmal die Piepmätze versorgen. Mitunter ist ein kleiner Zaunkönig dabei, den man aufgrund seiner zwergenhaften Gestalt leicht unterschätzt. Doch dieser kleine Kerl weiß sich durchaus zu behaupten. Selbst die für ihn riesengroßen Amseln scheinen ihn nicht sehr zu beeindrucken, mutig erkämpft er sich seinen Platz im Futterhäuschen.

Und sind wir doch einmal ehrlich: Neben dem tristen Grau und Braun, den zurzeit vorherrschenden "Farben" im winterlichen Münsterland, sind es doch gerade jetzt, die farbenfrohen und lustig zwitschernden Vögel, die jeden Tag wie ein kleiner Lichtblick in unser Haus einfallen. Das ist allemal das Füttern dieser liebenswerten kleinen Geister wert. Einige Vogelarten, wie den farbenfrohen Gimpel, die Grünfinken oder die Stiglitze, haben wir in diesem Winter noch nicht in unserem Vogelfutterhaus gesehen, was angesichts der neuen Zahlen des IUCN nicht erstaunlich ist. Die primäre Ursache hierfür ist der starke Insektenrückgang um 75 % in den letzten Jahrzehnten. Die Vögel benötigen aber die Insekten (Eiweiß) als Nahrung für die Aufzucht ihres Nachwuchses.

Deshalb möchten wir noch einmal betonen, dass es angesichts dieser alarmierenden Entwicklung umso wichtiger ist, den noch vorhandenen jetzigen Bestand an Wildvögeln durch Zufütterung über den Winter zu bringen.

Und nun folgt eine kleine Reise durch die farbenfrohe Vogelwelt mit Fotografien aus vergangener Zeit in unserem Garten. 

Mit besten Grüßen
Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

Trauer und Freude liegen oft nah beieinander

Es war einmal ein schwarzes Schwanenpaar, das lebte glücklich und zufrieden in einer wunderschönen Landschaft im Münsterland. Sie war geprägt von grünen, saftigen Wiesen und umliegenden Wäldern. Mittendurch verlief ein Flüsschen, auf dem sie fast das ganze Jahr herumschwammen und die leckere Entengrütze verspeisten. Alle Menschen, die vorbeikamen, bewunderten das edle, sich äußerst zugetane Schwanenpaar und erfreuten sich seines Anblicks. 
Doch ihr großes Glück war leider nur von kurzer Dauer. Vollkommen unerwartet verendete einer der beiden.

Von nun an trauerte der allein zurückgebliebene Schwan und mit ihm alle Mitglieder des Angelvereins, die fast jede Woche das glückliche Paar zu Gesicht bekamen. Sie waren tief erschüttert über das Unglück und wollten dem trauernden Schwan helfen. Schnellstens einigten sie sich darauf, ihm einen neuen Partner zu besorgen. Das war aber einfacher gedacht als getan, denn sie kannten das Geschlecht des verstorbenen Schwans nicht: War es ein Männchen oder ein Weibchen? Schnell sammelten sie ein paar Federn von ihm ein und ließen sie untersuchen: Der Verstorbene war männlichen Geschlechts. 

Endlich konnte die Suche nach einem neuen Partner für die Trauerschwänin beginnen! Doch auch das gestaltete sich schwierig. In ganz Deutschland suchte man einige Monate vergeblich. Erst im Oktober 2024 wurde man in Sachsen-Anhalt fündig, und jetzt ging alles äußerst schnell! Mit dem Auto fuhr man nach Quedlinburg. Zum sicheren Transport brachte man den großen Schwan in einem ebenso großen Hundekäfig unter. Um den Reisestress zu reduzieren, wurde er mit einem Tuch zugedeckt. Nun konnte die für den Schwan doch ziemlich lange Reise in seine neue Heimat beginnen. 

Liebe auf den ersten Blick
Im neuen Zuhause angekommen, wurde der Käfig nahe seiner künftigen Gattin abgeladen und vorsichtig geöffnet. Der mächtige Schwan verhielt sich zögerlich, war hier doch alles furchtbar neu und ungewohnt. Als er jedoch seine hübsche Partnerin im Wasser schwimmend erblickte, war es mit seiner Zurückhaltung vorbei. Eilig spazierte er aus dem Käfig und gesellte sich zu ihr. Intensiv musterte er seine Braut und es entstand sofort der Eindruck: Das ist Liebe auf den ersten Blick!
Und wahrhaftig, es dauerte nicht lange, und die beiden vereinigten sich. Dann war die Schwänin für einige Zeit verschwunden, vermutlich brütete sie an einem sicheren Ort. Bereits Ende Oktober war die Überraschung perfekt: Vier silbergraue, flauschige Küken schwammen mit ihren Eltern auf dem Wasser. Einige Tage später konnte man sie bereits auf der Wiese grasen sehen, ein bezaubernder Anblick!

Nun wünschen sich alle Beteiligten, dass wenigstens die drei noch verbliebenen Küken den Winter überleben. Mit rund sechs bis acht Monaten werden sie flügge, aber das liegt noch in weiter Ferne. Ursprünglich kommen die Schwarzschwäne aus Australien, und dort ist der Winter viel milder als in Deutschland, die Tage sind meist sonnig.
Im Gespräch mit dem Angelverein erfuhr unsere Redaktion, dass sich seine MItglieder weiter um das Wohlergehen der Schwanenfamilie kümmern wollen. Auch wir werden dort so oft wie möglich vorbeischauen.

Hoffentlich hat Ihnen die Schwanengeschichte gefallen und Sie berührt, denn sie ist eine wahre Geschichte! Sie erklärt übrigens wieder einmal, warum die schwarzen Schwäne, abgesehen von der schwarzen Farbe, auch Trauerschwäne genannt werden. Den Wohnort der Schwanenfamilie verraten wir mit Rücksicht auf ihren Nachwuchs nicht, da sind wir uns mit dem Angelverein vollkommen einig. Die drei noch lebenden Küken sollen möglichst ungestört von ihren Eltern großgezogen werden können. Unsere Leser haben hierfür sicherlich Verständnis.

Damit Sie an diesem Erlebnis trotzdem teilhaben können, stellen wir Ihnen die Schwanengeschichte in Wort und 16 Bildern vor. Diese wurden übrigens aus gleichem Grund aus großer Entfernung mit einem Supertele-Objektiv aufgenommen. Dabei wurde darauf geachtet, dass die Örtlichkeiten nicht erkennbar und zuzuordnen sind.

Unten folgt eine Bildergalerie, deren Bilder Sie bildschirmgroß, wie in einer Diashow, betrachten können. Viel Freude beim Lesen und Schauen.

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

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