Blickpunkt Nottuln
03.07.2026
Blickpunkt Nottuln
Kultur

Ein großartiges Dorf wird vergoldet

Jetzt wurde dat kleine Duorp in‘t Mönsterland endgültig zum Golddorf ernannt, nachdem es bereits vorher auf Landesebene geschah. Zusammen mit sieben anderen Golddörfern konnten die Daruper Bürgerinnen und Bürger die Jury im Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" von ihrem ständigen Handeln und Wirken für eine gute dörfliche Zukunft überzeugen. Insgesamt musste die Bundesjury 25 Dörfer bereisen und bewerten.
Unsere Redaktion gratuliert allen Daruperinnen und Darupern ganz herzlich zu dieser Auszeichnung!

Für unsere Redaktion ist es ein guter Anlass, nachdem sie bereits vor Jahren im Printmagazin "Blickpunkt Westmünsterland" über dat kleine Duorp in't Mönsterland berichtete, auch in unserer Onlinezeitung "Nottulner Blickpunkt" einen passenden Artikel einzustellen. Der handelt von einem ganz besonders geschichtsträchtigen, sich mitten im Dorf befindenden Gebäude, welches passenderweise "Haus Darup" heißt.

Anreise 
Wenn Sie von Nottuln aus, auf der Bundesstraße 525 oder auf dem danebenliegenden Fahrradweg nach Coesfeld fahren, erscheint nach circa drei Kilometern rechter Hand, das Dorf Darup. Seit 1975 ist es mit jetzt 2183 Einwohnern Ortsteil der Gemeinde Nottuln. An der ersten beampelten Kreuzung fahren Sie bitte nicht geradeaus, sondern biegen rechts ab und folgen der Coesfelder Straße. Es lohnt sich, denn Sie finden hier ein charmantes Dorf mit vielen Sehenswürdigkeiten, das seine dorftypischen Eigenschaften und Strukturen bewahrt hat.

Außerdem hat Darup innovative und kreative Bürger, die es immer wieder verstehen, ihr Dorf lebendig zu gestalten und es mit vielen Projekten in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit zu rücken. Das beeindruckte wohl ebenfall die Bundesjury. Reisen Sie übrigens mit dem PKW an, so können Sie direkt nach dem Rechtsabbiegen, auf dem großen Parkplatz vor Ort parken und sind nach einem kleinen Spaziergang mitten im Dorf angekommen. Weitere Parkplätze finden Sie innerorts auf den Parkstreifen oder auf dem Parkplatz vor der Kirche. Nicht weit davor liegt das Haus Darup mit seiner Hofanlage.

Haus Darup, jahrhundertealter Adelssitz und repräsentativer Amtssitz des ersten Landrates von Coesfeld
Wer an einem sonnigen Tag ein paar Schritte durch die großen Torpfeiler des Hofes Darup geht, der darf sich nicht wundern, wenn es ihm die Sprache verschlägt. Vor ihm liegt eine mächtige dreiflügelige Hofanlage. Rechterhand steht das eindrucksvolle Haus Darup, in dem heute die Mutter von Theo Struwe, Charlotte Struwe, wohnt. Ihr Sohn betreibt zusammen mit seiner Frau Vera den landwirtschaftlichen Betrieb. 1939 hatten seine Eltern die Hofanlage erworben. Dahinter liegen das anheimelnde Taubenhäuschen und die Hofanlage mit Pferdeställen sowie ein Gebäudetrakt für die Unterbringung von Landmaschinen. Linkerhand befindet sich das geschmackvolle Wohngebäude der jungen Familie Struwe, die es geduldig hinnimmt, wenn Besucher des Dorfes einen kurzen Blick in die Hofanlage werfen und ein Foto machen.

Geschichtlicher Rückblick
Das Haus Darup ist untrennbar mit dem Adelsgeschlecht derer von Bönninghausen verbunden. Es hat eine lange Geschichte, die ich Ihnen verkürzt näherbringen möchte: Bernhard von Dodorpe (später Darup) war der erste Eigentümer von Haus Darup. Ab dem 15. Jahrhundert fand ein häufiger Eigentümerwechsel statt, bis schließlich 1714 die Witwe Sybilla von Gahlen den Witwer Generalmajor Casper Lothar Diedrich von Bönninghausen aus Esloe-Bremscheid in der Kirche zu Darup heiratete. Aus der gut 200 Jahre anhaltenden Ära der von Bönninghausen ging ihr berühmtester Vertreter Clemens Franz Maria von Bönninghausen hervor, ein Universalgenie, wie sich später herausstellen sollte. Im Jahre 1815 ordnete sich Europa durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses neu und Westfalen kam zum Königreich Preußen.

Clemens von Bönnighausen, erster Landrat vom Kreis Coesfeld
In diesem Zusammenhang bildete sich auch der Kreis Coesfeld neu und Clemens von Bönninghausen wurde 1816 erster Landrat mit Amtssitz im Haus Darup. Bereits 1822 wurde er zum Generalkommissar des Katasters für das Rheinland und Westfalen befördert. 1826 übernahm er die Leitung des Botanischen Gartens in Münster und kurz danach die Leitung der botanischen Exkursion an der chirurgischen Lehranstalt zu Münster.

International anerkannter Homöopath
Seine späte Passion fand er nach einer ernsthaften Erkrankung in der Homöopathie. Er gilt heute noch als Wegbereiter dieses Heilverfahrens. Die Büste am Hofeingang wurde maßgeblich durch die Volksbank Nottuln und durch die Kreissparkassenstiftung Westmünsterland gefördert. Am 18. Mai 2014, dem Tag des Denkmals, wurde die Büste durch Lothar Freiherr von Bönninghausen, Ururenkel des Clemens von Bönninghausen, feierlich enthüllt. Sie stammt aus der Glockengießerei in Gescher. Das Modell dazu fertigte der Künstler Burkhard Hoppe aus Coesfeld an. Dem studierten und promovierten Juristen Clemens Franz Maria Freiherr von Bönninghausen, geb. am 12. März 1785 auf Gut Herinckhave bei Tubbergen in den Niederlanden, wurden viele Ehrungen zuteil. Er wurde nicht nur zum ersten Landrat in Coesfeld ernannt, sondern erlangte auch in seiner späteren Tätigkeit als Homöopath internationale Anerkennung. Die Universität zu Cleveland (Ohio, USA) verlieh ihm 1854 die Ehrendoktorwürde. Selbst heute noch gehören seine Fachbücher zu den Grundlagen der Homöopathie. Seine berühmtesten Patientinnen waren die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff und die französische Kaiserin Eugenie de Montijo, Ehefrau von Kaiser Napoleon Bonaparte III. Dieser ernannte ihn auch 1861 zum Ritter der französischen Ehrenlegion. Doch seiner Leidenschaft als Landwirt auf seiner Hofanlage Haus Darup blieb Bönninghausen Zeit seines Lebens treu. Clemens von Bönninghausen, verstarb am 25. Januar 1864 in Münster.

Die Hofanlage Haus Darup heute
Die Hofanlage wird heute noch als landwirtschaftlicher Vollerwerbsbetrieb von der Familie Struwe genutzt. Auf den Feldern wird größtenteils Getreide, Mais und Zuckerrüben angebaut. Außerdem wird die Schweinemast betrieben. Natürlich gibt es, wie es sich im Münsterland gehört, auch Pferde auf dem Hof. Wenn sie nicht auf der Weide stehen oder geritten werden, sind sie in großen Boxen untergebracht. Ein angenehmer, typischer Geruch, stieg mir in die Nase, als ich den Pferdestall betrat. Zwei junge Reiterinnen waren eifrig mit der Fütterung und der Pflege ihrer Pferde beschäftigt, die zufrieden schnaubten.

Ein märchenhaftes Geflügelhaus
Das aufwendig gestaltete Geflügelhaus steht neben der Gräfte. In der unteren Etage hatten Gänse und Enten, in der mittleren Hühner, und in der oberen Tauben ihr Zuhause. Nie hätte ich vermutet, dass unsere gefiederten Freunde einmal so edel untergebracht waren. Mit seinem Türmchen hat es was Märchenhaftes an sich, und es hätte mich damals sicherlich nicht gewundert, wenn eine herausfliegende weiße Taube sich plötzlich in eine wunderhübsche Prinzessin verwandelt hätte. 

Kreative Bürger mit vielen Ideen: Walk of Memories in Darup
Ein Teil der Kosten für die Bronzebüste von Bönninghausen wurde mit dem Verkauf vieler Messingsterne finanziert. Darüber hinaus konnten Daruper Bürger, Familien, Gemeinschaften, Vereine und Unternehmen einen Stern erwerben und darauf den eigenen Namen oder einen Namen ihrer Wahl und das Datum eines Ereignisses eingravieren lassen. Sie finden die großen und kleinen Sterne auf dem „Weg der Erinnerungen“ von der Kirchentreppe bis zur Büste. Das Wappen derer von Bönninghausen symbolisiert weiter die Geschichte des Hauses Darup. Es ist nach wie vor eines der beeindruckendsten Gebäude in Darup.
Doch gibt es noch einige andere, bemerkenswerte im Dorf, wie die Kirche Ss. Fabian und Sebastian, die alte Diele, ehemals ältestes Gasthaus im Münsterland, den AWO-Bildungshof, die Hofanlage Schulze-Darup, das Gut Feismann und den alten Hof Schoppmann mit seinem Naturschutzzentrum. Das ist ein beeindruckendes Pfund an historischen Gebäuden, die auch heute noch vielseitig genutzt werden. Die Empfehlung unserer Redaktion lautet: "Besuchen Sie das hübsche Golddorf doch einmal und schauen Sie es sich zusammen mit Ihrer Familie an, vielleicht auch zur Daruper Landpartie.

Dieses seit Jahren etablierte Kunst- und Kulturwochenende in Darup findet jährlich am letzten Augustwochenende statt. Das mehrfach preisgekrönte Golddorf verwandelt sich in ein großes Freiluft-Atelier, in dem Künstler an und in Höfen und Gärten ausstellen. Ene allseits beliebte Veranstaltung die eine Magnetwirkung auf das gesamte Münsterland und darüber hinaus hat. Mehr erfahren über die Daruper Landpartie, die am Samstag, dem 28. Juli, von 13 -18 Uhr und am Sonntag, dem 29. Juli, von 11-18 Uhr stattfindet, erfahren Sie unter: https://www.daruper-landpartie.de/. Wir wünschen Ihnen einen elebnisreichen, angenehmen Aufenthalt. 

Mit besten Grüßen und Guёt gaon, wi sait us

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

Natur/Umwelt

Erstmalig im speziellen Lichteinfall fotografiert

Der große Schillerfalter (Apatura iris) ist ein echter Sonderling, denn er nimmt nicht wie andere Schmetterlinge Nektar aus den Blüten auf, sondern Mineralstoffe aus feuchter Erde. Bisher hatte ich nur zweimal die Gelegenheit den Großen Schillerfalter in seiner wunderschönen dunkelbraunen Grundfarbe zu beobachten. Doch heute hatte ich großes Glück, denn er drehte sich auf einer Pflanze so, dass Lichteinfall und Sonne die Oberseite seiner Flügel metallisch blau schimmern ließen - ein faszinierendes Schauspiel!

Dieses Blau entsteht übrigens nicht durch Farbpigmente, sondern durch eine optische Täuschung: Die winzigen Schuppen auf den Männchen-Flügeln enthalten mikroskopisch kleine Luftkammern, die das Licht brechen und so nur die blaue Farbe reflektieren (Strukturfarbe), so der NABU. Das funktioniert übrigens nur beim Männchen. Die großen Weibchen leben sehr zurückgezogen und halten sich überwiegend in den oberen Baumkronen auf. Sie kommen nur selten nach unten, um Flüssigkeit oder Nährstoffe aufzunehmen.

Große Schillerfalter fliegen meist von Juni bis August in lichten Au- und Laubmischwäldern, sowie an Gewässerufern. Insofern ist das Nonnenbachtal ein sehr geeigneter Ort für sie, zumal sich dort auch Weiden und Pappeln befinden, deren Blätter den braunen bis olivgrünen Raupen als Futter dienen. Sie überwintern übrigens in den Gespinsten an Zweigen und erscheinen, nachdem sie wieder angefangen haben zu fressen, in einer kräftig grünen Farbe.

Das Lebensalter des Großen Schillerfalters beträgt in der Regel nur ein Jahr. Er kommt übrigens sehr selten vor und steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten. In einigen Regionen gilt sein Bestand sogar als stark gefährdet.
Vielleicht begegnet Ihnen im Nonnenbachtal auch einmal der große Schillerfalter, möglicherweise sogar beim entsprechenden Lichteinfall, sodass auch Ihnen das mertallische Blau seiner Flügel entgegestrahlt. Unsere Redaktion wünscht Ihnen viel Glück dazu.

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

Natur/Umwelt

Ein zauberhafter Abend

In den Abendstunden gehen wir gerne noch ein paar Schritte durchs Nonnenbachtal, ein Naturschutzgebiet. Begleitet wurden wir durch unseren Jack Russell Sir Trusty. Es war ein schöner Abend, die Sonne stand tief am Abendhimmel und ein leichter Wind wiegte sanft das hohe Gras.

Meine Frau und ich unterhielten uns über Rehe, die eigentlich jetzt ihre Kitze setzen. Schon über einen längeren Zeitraum hatten wir kein Rehwild mehr gesehen. Doch plötzlich schaute Trastl, so der Spitzname unseres Hundes, sehr interessiert nach links. Unsere Augen folgten schnell seinem Blick, hatte er uns doch schon oft Tiere in der Natur angezeigt. Und da stand sie tatsächlich, eine ausgewachsene Ricke, die im ersten Moment eher wie eine Silhouette, fast wie eine Fata Morgana auf uns wirkte.

Wäre Trastl nicht gewesen, so wären wir vermutlich an ihr vorbeigelaufen, obwohl sie nur acht bis zehn Meter von uns entfernt verweilte. Regungslos und größtenteils durch hohes Gras verdeckt schaute sie uns mit ihren großen, dunklen Augen an. Wir verharrten ebenfalls auf der Stelle und genossen den zauberhaften Anblick.

Und das sind Momente, die ich gerne mit meiner Kamera festhalte und sie deshalb täglich mitführe - die Bilder zeugen davon. Vermutlich hat die Ricke ihre beiden Kitze (sie bekommt meist Zwillinge) im hohen Gras abgelegt und ist getrennt von ihnen auf Futtersuche gegangen. Das ist in den ersten Lebenswochen ein völlig normales Verhalten und dient dem Schutz der Jungen, denn junge Rehkitze haben kaum Eigengeruch, damit sie von ihren Fressfeinden möglichst nicht aufgespürt werden. Die Ricke selbst entfernt sich ganz bewusst von ihren Kitzen und kommt nur zum Säugen vorbei.
Übrigens: Wenn Sie ein scheinbar verlassenes Rehkitz finden, so ist dieses in der Regel nicht verwaist. Berühren Sie das Kitz auf keinen Fall, da ansonsten die Gefahr besteht, dass die Ricke es wegen des menschlichen Geruchs verstößt.

Nach diesem beeindruckenden, schönen Erlebnis traten wir glücklich und zufrieden den Nachhauseweg an. Diese kleine, heute erlebte Geschichte widmen wir Menschen, denen es momentan nicht so gut geht, aus welchen Gründen auch immer. Wir hoffen, dass sie beim Lesen und Betrachten der Bilder Freude empfinden und sich etwas besser fühlen.

"Frohe Pfingsten" und ebenfalls das Erleben solch bezaubernder Momente, das wünschen wir unseren Leserinnen und Lesern.

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

Kultur

Eine kleine Geschichte, erlebt an einem münsterländischen Wasserschloss

In oder besser gesagt an einem Münsterländer Wasserschloss ist wieder der alte Landadel eingekehrt. Seit bereits sieben Jahren sitzt Cordula vom Schlosspark am Wegesrand und begrüßt die Besucher auf ihre unnachahmliche Art und Weise. Sie sitzt einfach nur würdevoll da, schaut sie erst prüfend, aber dann doch vertrauensvoll an und schweigt: eben alter westfälischer Landadel.

Selbst Sir Trusty, unser Jack-Russell-Terrier, brachte sie nicht aus der Fassung, lediglich ein leises Fauchen war zu hören. Überhaupt gingen einige Damen und Herren mit ihren Hunden an ihr vorbei, die aber jegliche Aggression vermissen ließen - man kannte sich offensichtlich.
Ein kleines blondes Mädchen streichelte vorsichtig die hübsche Ente, die man aufgrund ihrer Größe durchaus für eine Gans halten konnte. Auch sie kannten sich seit Jahren, wie uns die Kleine verriet. „Und manchmal bringe ich ihr was zum Futtern mit“, fügte sie lächelnd hinzu.

Ein älteres Ehepaar, dem Cordula schon oft begegnet war, erzählte uns: „Die ist irgendwo ausgebüxt, aber hier einfach nicht mehr wegzudenken, sie gehört jetzt zum Schloss!“
Das Gefühl hatten wir auch, als wir auf dem Rückweg wieder an Cordula vorbei mussten. Wie am Boden festgeklebt saß sie im grünen Frühlingsgras am Wegesrand und schaute uns mit ihren eindrucksvollen Augen zum Abschied noch einmal vertrauensvoll an. Offensichtlich genießt sie täglich den Umgang mit all diesen Menschen, groß und klein, jung und alt. 

Es war auch für uns eine wunderbare Begegnung mit einer außergewöhnlichen Ente, einer kleinen Persönlichkeit, an einem sonnigen Frühlingstag im Park eines Münsterländer Wasserschlosses. Wir wünschen Cordula noch viele dieser eindrucksvollen, friedlichen Erlebnisse. Offensichtlich tut es beiden Seiten richtig gut, so soll und darf es bleiben!

Übrigens:
Eine Sage erzählt von einem Burgfräulein Cordula, das sich hier um 1500 leidenschaftlich verliebt haben soll, aber gegen ihren Willen mit einem anderen Mann zwangsverheiratet wurde. In Erinnerung an das Burgfräulein haben wir die zauberhafte Ente nach ihr benannt, die hier offensichtlich ohne Partner lebt. Damit Cordula vom Schlosspark nicht zu sehr belastet wird, haben wir ihren Lebensort etwas verklärt. Auf denkbaren Umwegen könnte  jedoch ihr Lebensort ermittelt werden. Sollten Sie es herausfinden und ihr einen Besuch abstatten, dann behandeln Sie Cordula bitte mit der ihr gebührenden Höflichkeit. 

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

Natur/Umwelt

Olivia und Henry haben Nachwuchs

Es ist immer wieder ein kleines Wunder, wenn sich plötzlich vier kleine, silbergraue Federbällchen zum ersten Mal in der Natur zeigen, natürlich begleitet und bewacht von ihren Eltern. Olivia und Henry hatten fast sechs Wochen lang gebrütet, und das Ergebnis ist fulminant. Erst dachten wir, es sind "nur" Drillinge, als wir sie im Wasser schwimmend durchzählten. Doch weit gefehlt: Als sie das Wasser verließen, plumpste noch ein weiteres Küken aus Henrys Federkleid ins dichte, hohe Gras.

Also Vierlinge, wie beim letzten Mal im Oktober - wir berichteten. Obwohl sich die Küken damals, bis in den Dezember hinein, wunderbar entwickelten, starben sie nach dem eiskalten Wintereinbruch. Da half leider auch nicht die Schutzhütte, die ihnen  liebenswerte Menschen gebaut hatten.

Nun hoffen alle, dass Olivia und Henry dieses Mal ihre Küken munter und gesund großziehen dürfen. Die Voraussetzungen dafür sind für die im Frühling geborenen Küken natürlich wesentlich günstiger. Und hoffentlich sagen sich hier Fuchs und Marder nicht zu oft gute Nacht.

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

Gemeinde

Beurteilung des Vorhabens aus der Sicht des Immissionsschutzes (Lärm)

Rechtsgrundlagen: 
1. Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge (Bundes-Immissionsschutzgesetz - BImSchG).
2. Achtzehnte Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Sportanlagenlärmschutz-Verordnung). Im Allgemeinen wird der Freizeitlärm wie auch der Sportlärm nach dieser Verordnung beurteilt. Sie ist wohl die geeignetste, verbindliche und anerkannte gesetzliche Regelung hierfür.
In diesem Zusammenhang ist auch die "Geräuschprognose" des Ingenieurbüros vom 23.02.2026 Grundlage dieser Stellungnahme.

Sportanlagen und Freizeitanlagen sind in der Regel nicht genehmigungsbedürftige Anlagen im Sinne des BImSchG. Neben den baurechtlichen Voraussetzungen besteht aber die allgemeine Grundpflicht aus § 22 Abs. 1 des BImSchG, wonach schädliche Umwelteinwirkungen zu vermeiden oder zu vermindern sind, soweit dies nach dem Stand der Technik möglich ist.  Unvermeidbare schädliche Umwelteinwirkungen sind auf ein Mindestmaß zu beschränken.
Schädliche Umwelteinwirkungen liegen übrigens dann vor, wenn die Nachbarschaft oder die Allgemeinheit erheblich belästigt werden. Die Erheblichkeit einer Lärmbelästigung hängt nicht nur von der Lautstärke der Geräusche ab, sondern auch wesentlich von der Nutzung des Gebietes, auf das sie einwirken, von der Art der Geräusche und der Geräuschquellen sowie dem Zeitpunkt (Tages- oder Nachtzeit, bei Sportanlagen auch in der Ruhezeit) oder der Zeitdauer der Einwirkungen. So können beispielsweise die Abstände von einer Sportanlage zu einer Wohnbebauung in einem Gewerbegebiet oder auch Mischgebiet aufgrund der dort zulässigen höheren Lärmrichtwerte geringer sein, als zu einem Allgemeinen oder gar Reinen Wohngebiet, für das wesentlich niedrigere Lärmrichtwerte gelten.

Bei der Skateranlage in Nottuln finden aber aufgrund der Standort-Planung durch die Gemeindeverwaltung die Immissionsrichtwerte für ein nahliegendes Allgemeines Wohngebiet Anwendung. Dort gelten folgende Grenzwerte (Beurteilungspegel) außerhalb von Gebäuden:
Tags (außerhalb der Ruhezeiten, 06:00 – 20:00 Uhr): 55 dB(A) Nachts (22:00 – 06:00 Uhr): 40 dB(A). Innerhalb der Ruhezeiten, tagsüber an Sonn- und Feiertagen (07:00 - 09:00, 13:00 - 15:00 Uhr) sowie werktags (06:00 - 08:00, 20:00 - 22:00 Uhr) gelten strengere Regelungen. Das heißt, dass in diesen Zeiten der Immissionsrichtwert um 5 dB(A) niedriger sein muss. 
Doch das war einmal! Leider hat man bei der Novellierung der 18. BImSchV im Jahre 2017 diese vernünftige Regelung insoweit geändert, dass der niedrigere Immissionswert nur noch werktags in den Morgenstunden von 06:00 - 08:00 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 07:00 - 09:00 Uhr gilt. Alle anderen Ruhezeiten finden keine Berücksichtigung mehr, obwohl sie in der Verordnung immer noch aufgeführt sind. 
Somit wurden die Immissionsrichtwerte für die abendlichen Ruhezeiten von 20 - 22 Uhr sowie die Ruhezeiten an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 15 Uhr an die tagsüber geltenden Werte außerhalb der Ruhezeit angepasst. Natürlich mit fatalen Folgen für die Anlieger, die jetzt die um 5 dB(A) höher liegenden Werte, auch in den jetzt nicht mehr berücksichtigten Ruhezeiten, ertragen müssen. Nur mal zum Vergleich: Die Erhöhung des Lärmpegels um 10 dB(A) bedeutet empfindungsgemäß, die Verdopplung der Lautstärke.

Gemäß weiterer Regelungen dürfen kurzzeitige Geräuschspitzen tagsüber den Richtwert um nicht mehr als 30 dB(A) und nachts um nicht mehr als 20 dB(A) überschreiten. Und bei seltenen Ereignissen dürfen bis zu 18 Kalendertage im Jahr höhere Pegel - tagsüber bis zu 70 dB(A) - zulässig sein.

Trendsportarten
Gerade die Trendsportart Skaten bringt aufgrund der speziellen Geräuschentwicklung Konfliktpotenzial mit sich, denn Skateranlagen erzeugen Lärm, der in der Nachbarschaft, insbesondere in Wohngebieten, als sehr störend empfunden wird. Die Hauptgeräusche sind Rollgeräusche auf Beton, Aufschläge bei Sprüngen (Ollies) oder Beton-Coping in Rampen. Anwohnerproteste hiergegen führen oft zu gerichtlichen Auseinandersetzungen, besonders, wenn Skateranlagen in der Nähe von Wohngebieten entstehen.

Deswegen gibt es aus Gründen des Immissionsschutzes, aber auch der Kosteneinsparung, eine sinnvolle Reihenfolge der Maßnahmen, um von vornherein dieses Konfliktpotenzial und auch dadurch entstehende Folgekosten zu vermeiden. Das sind:

1. Die Standortplanung
Der Standort muss äußerst sorgfältig gewählt werden. Die direkte Nähe zu Wohngebieten sollte vermieden werden.

2. Die Abstandswahrung
Ist die Nähe zu einem Wohngebiet absolut unvermeidbar, sollte ein Abstand von mindestens 160 Metern zu Allgemeinen Wohngebieten eingehalten werden (Empfehlung der Landesumweltämter).

3. Die Errichtung von Lärmschutzwällen/Lärmschutzwänden
Aufgrund der hohen Podeste einer Skateranlage und der physikalischen Tatsache, dass sich Schall kugelförmig ausbreitet, müssen die Lärmschutzwälle/-wände natürlich eine bestimmte Höhe haben und sie müssen so nahe wie möglich an der Schallquelle errichtet werden, um ihre Wirksamkeit zu entfalten. Das führt natürlich zu weiteren, nicht unerheblichen Kosten, die aber bereits bei der Planung der Anlage mit eingerechnet werden müssen. Aufgrund des geringen Abstandes zur Wohnbebauung (bei der geplanten Nottulner Skateranlage nur rund 90 Meter) und des in der Immissionsprognose angegebenen Beurteilungspegels am nächstgelegenen Wohnhaus von 54,8 dB(A), der nur 0,2 dB(A) unter dem zulässigen Immissionsrichtwert von 55 dB(A) liegt, wird die Installierung von Lärmschutzwällen oder Lärmschutzwänden sicherlich unvermeidlich sein.

4. Nutzungsregeln/Betriebszeitregelungen
Es sind die schlechtesten aller Maßnahmen, da sie vom täglichen Verhalten der Nutzer abhängig sind. Solche Maßnahmen sind nur dann wirksam, wenn sie regelmäßig, also täglich über die gesamte Betriebszeit, kontrolliert werden, was in der Regel nicht möglich und viel zu kostspielig ist. Beispiel Skateranlage in Nottuln: Diese Anlage darf nur von fünf Benutzern gleichzeitig genutzt werden. Darauf stützt sich die ganze Immissionsprognose (Hochrechnung), weil sonst die Immissionsrichtwerte offensichtlich nicht eingehalten werden können. Aller Wahrscheinlichkeit nach reicht nur ein Benutzer mehr aus, um den in der Immissionsprognose genannten Beurteilungspegel von 54,8 dB(A) so zu überschreiten, dass der zulässige Immissionsrichtwert von 55 dB(A), tagsüber nicht mehr eingehalten werden kann.

Fazit:
Um das beschriebene erhebliche Konfliktpotential und dadurch entstehende Kosten und gerichtliche Auseinandersetzungen von vorneherein zu vermeiden, sollte im Interesse der Gemeinde, der Politik, und der Finanzen sowie natürlich mit Rücksichtnahme auf die betroffenen naheliegenden Anwohner die Reihenfolge der geschilderten Maßnahmen 1 bis 3 unbedingt eingehalten werden. Es darf von vornherein erst gar nicht möglich sein, dass die zulässigen Immissionsrichtwerte überschritten werden können! Das muss 1. durch die Auswahl eines geeigneten Standortes, 2. durch die Abstandswahrung, und 3. durch die Errichtung von Lärmschutzwällen oder Lärmschutzwänden geschehen.
Betriebliche Vereinbarungen, wie die Anzahl der gleichzeitigen Nutzer festzulegen, helfen da nicht weiter, sondern sind der falsche Weg, will man auf der sicheren Seite stehen. Das zeigt auch schon die Aussage des Verfassers der Immissionsprognose in seiner Zusammenfassung auf Seite 14 auf: bei einer bestimmungsgemäßen Nutzung sind keine höheren Geräuschimmissionen im Bereich der relevanten schutzbedürftigen Nutzungen zu erwarten.

Das sogenannte, Schönrechnen, auch das finanzielle, um ein Vorhaben schnell durch die Politik zu bringen, endet letztendlich im bösen Erwachen. Diese Erfahrung mussten der Bürgermeister, die Gemeinde und die Politiker erst wieder kürzlich machen, als für die Errichtung des Auszubildenden-Wohnhauses am Appelhülsener Bahnhof rund zwei Drittel der Gesamtkosten (rund 800.000 Euro) nachfinanziert werden mussten. Von weiteren Erfahrungen dieser Art ist aufgrund der desolaten Haushaltslage von Nottuln, deren Haushalt gerade innerhalb der letzten Wochen mit weiteren Schulden belastet wurde, dringend abzuraten.
Was sagte uns letztens noch ein Nottulner Bürger: "Mir zittern schon langsam die Hände, wenn ich in der Tageszeitung den Nottulner Ortsteil aufschlage: Wieviel Schulden kommen denn heute wieder dazu?"

P.S. Beide Artikel (Teil 1 und 2) wurden an die Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderates Nottuln per E-Mail versendet, mit der Bitte, sie umgehend an die Fraktionsmitglieder weiterzuleiten.

Mit besten Grüßen
Ihre Redaktion

Natur/Umwelt

und brütet schon seit Wochen auf einem respektablen Nest


Nachdem Olivia im vergangenen Winter durch einen starken Kälteeinbruch leider ihren Nachwuchs verloren hat, ist sie wieder schwanger geworden. Bereits seit einigen Wochen brütet sie ihre Küken aus. Lange wird es voraussichtlich nicht mehr dauern, bis sie das Licht der Welt erblicken. Alle, die das Elend im vergangenen Jahr miterlebt haben, freuen sich natürlich mit den Eltern Olivia und Henry riesig darauf. Den Jahreszeitpunkt, den die beiden dieses Mal gewählt haben, bietet natürlich wesentlich günstigere Voraussetzungen für die Aufzucht der Küken, als beim letzten Mal.

Während Olivia größtenteils auf dem gut getarnten Nest sitzt, ist ihr holder Gatte Henry damit beschäftigt, alle übrigen Tiere vom Nest fernzuhalten. Er ist schon ein imposantes Kerlchen, wenn er sich nach oben reckt und seine mächtigen Flügel ausbreitet. Die hier momentan lebenden Kanadagänse nehmen alle schnell Reißaus, wenn er in seinem "aufgeblasenen" Zustand auf sie zuläuft. Auch die übrigen großen Wasservögel, die hier schon seit Jahren zu Hause sind,  ließen sich nicht lange bitten, sondern suchten ebenfalls das Weite.

Nun warten alle auf den Moment, an dem sich das kleine Wunder vollzieht und silbergraue, junge Küken das Licht der Welt erblicken. Sind sie erst einmal da, wird es nicht lange unbemerkt bleiben, denn sie sind Nestflüchter. Haben Sie bitte Verständnis dafür, wenn wir den Standort nicht verraten, denn wir möchten, dass Olivia in Ruhe und Geborgenheit ihre Küken ausbrüten kann.

Unsere Redaktion wird aber weiter darüber berichten und wünscht Ihnen bis dahin eine gute Zeit.

Mit besten Grüßen

Karin und Jürgen Gerhard

Gemeinde

Billerbeck hat gute Ideen und vor allem zwei ausgezeichnete Kaffees

Billerbecker haben wirklich gute Ideen! Wir kamen selbst gerade vom Kaffeetrinken, denn Billerbeck hat gleich zwei ausgezeichnete Kaffees, Nottuln nicht mal mehr eines. Und trotzdem haben die Billerbecker in einem gemütlichen Eckchen auf dem Johannikirchplatz ein Plauderbänkchen aufgestellt.

Und das wird gerne angenommen, wie wir gestern feststellen konnten. Zwei „Plaudertaschen“ hatten sich darauf niedergelassen und ihre ersten Eindrücke ausgetauscht, die sie bei der Besichtigung des Billerbecker Stadtkerns gewonnen hatten. Die beiden freundlichen Damen kamen aus Neunkirchen (bei Köln) und waren von so vielen Sehenswürdigkeiten und netten Billerbeckern offensichtlich begeistert. Kaffee trinken waren sie übrigens auch schon, das gehört absolut dazu, wie sie uns versicherten.

Natürlich haben wir die beiden Damen auch in unser historisches Dorf nach Nottuln eingeladen, aber vorgeschlagen, es sich doch besser erst im Sommer anzusehen. Leider sieht der historische Teil, gerade jetzt  zu Ostern, eher wie eine Baustelle aus. Das haben uns die beiden auch versprochen.
Vielleicht gibt es bis dahin auch schon wieder ein gemütliches Kaffee, denn das fehlt in Nottuln mehr als vieles andere! Eine breite Öffentlichkeit würde sich sicherlich sehr darüber freuen und eben auch die Touristen! Ein Kaffee, in dem man bei schlechtem Wetter drinnen und bei gutem Wetter draußen sitzen und eine gute Auswahl von Obstkuchen und Torten genießen kann, darf in so einem historisch wertvollen Städtchen kein Traum bleiben.

Übrigens: Wenn Sie mehr über das wunderschöne historische Nottuln erfahren möchten, dann schauen Sie doch einfach mal oben unter dem Button "Denkmalschutz" nach. Dort finden sie viele bebilderte Artikel wie beispielsweise https://www.nottuln-blickpunkt.de/461-denkmalschutz-im-historischen-ortskern-teil-3.

Unsere Redaktion wünscht allen Nottulnesen, aber auch allen Familien in den Nachbargemeinden Billerbeck, Havixbeck und Senden (alles sehr sehenswerte Orte) ein friedliches, erholsames Osterfest mit hoffentlich viel Sonnenschein. Einen hübschen Osterhasen haben wir auch für Sie eingestellt.

Ihre Redaktion

Karin und Jürgen Gerhard

Gemeinde

Jugend muss an die Politik herangeführt werden

Das ist keine Frage, sondern eine Feststellung! Insofern wurde von Politikern und der Gemeinde fast alles richtig gemacht! Einige Wünsche der Jugendlichen wurden durch die Gemeinde bereits erfüllt, wie beispielsweise die Anschaffung eines Containers, in dem sie sich alleine und unbeaufsichtigt von den "lästigen" Erwachsenen entfalten können (Haushaltsansatz 50.000 Euro). Zum geplanten Basketballcourt steuert die Gemeinde ebenfalls einen Betrag von 35.000 Euro bei. Es waren und sind allerdings Wünsche, die von der Gemeinde bei ihrer derzeit hohen Verschuldung noch finanzierbar waren.
Nun steht der Wunsch einer Gruppe Jugendlicher im Raum, eine Skateranlage zu bauen und zu finanzieren, die mit rund einer halben Million Euro zu Buche schlägt. Abzüglich der Förderung verbleibt nach Auskunft des Kämmerers Dominik Bomholt gegenüber unserer Redaktion, ein Eigenanteil von 279.000 Euro bei der Gemeinde Nottuln. Aufgrund der derzeit immensen Kostensteigerungen auf dem Bausektor ist es wohl realistisch, bis zum Baubeginn mit einer Verteuerung von mindestens 20 % der veranschlagten Kosten zu rechnen. Außerdem können in der Regel weitere, momentan nicht kalkulierbare Kosten anfallen. Das weiß ein Jeder, der ein Haus gebaut hat. Die derzeitige politische Weltlage lässt weitere Kostensteigerungen befürchten.

Wenn ich mich an meine Jugend zurückerinnere, so hatten wir auch so unsere Wünsche, diese waren aber kleiner dimensioniert. Damals war ich Mitglied im Leichtathletikverein und wir liefen unsere Kurzstrecken noch auf einer Aschenbahn. Um einigermaßen vernünftig starten zu können, wünschten wir uns ganz normale Startblöcke. Nach geraumer Zeit des Wartens bekamen wir sie dann auch, da wir bis dato ohne, oder aus selbst gegrabenen Startlöchern, starten mussten. Mit dem Fußball pölten wir übrigens auf Ascheplätzen, das bezeugen noch immer unsere Kniee, Gott sei Dank nur optisch.

Doch die Zeit bleibt nicht stehen. Wenn wir uns heute die sportliche und freizeitliche Infrastruktur in Nottuln anschauen, und das mitten im Ortskern, dann bleibt einem erst einmal die Luft weg: Kunstrasenplätze und Tartanbahnen, soweit das Auge reicht, und sogar ein Wellenfreibad. Allein 15 Sportarten können in Nottuln ausgeführt werden, in Schapdetten sogar das Bogenschießen. Wir haben das in unserem "Bildband Nottuln, ein starkes Stück Heimat" entsprechend gewürdigt. Da müsste man eigentlich wunschlos glücklich sein, aber ein Wunsch bleibt bekanntlich immer, und der heißt offensichtlich "Verwirklichung einer Skateranlage".

Doch diese muss erstens finanzierbar sein und zweitens muss die immissionsträchtige Anlage an einem Standort errichtet werden, an dem sie nicht dauernd zu berechtigten Nachbarbeschwerden führt. So einen Standort meinen wir, in unserer Nachbargemeinde Senden gefunden zu haben. Dort wurde in diesem Jahr der Bau einer modernen Skateranlage abgeschlossen. Wir haben sie als Beispiel ausgewählt, damit Sie nachvollziehen können, wie eine vernünftige Planung und Ausführung solch einer immissionsträchtigen Anlage mit Rücksichtnahme auf die Anlieger ausgeführt werden kann. Dabei hat man sich unseres Erachtens, so unser erster Eindruck, einen Standort mit vernünftigen Abständen zur Wohnbebauung gewählt, und  trotzdem bauliche Schallschutz-Maßnahmen (Lärmschutzwälle mit zusätzlicher Erhöhung durch Palisadenwände) umgesetzt. Standort- und Imissionsschutzmäßig mäßig wurde hier wahrscheinlich alles richtig gemacht, siehe Bilder links. 

Durch die Verfahrensweise bei der Planung und Ausführung der Anlage wird deutlich, dass sich die Gemeinde Senden den sonst zu erwartenden Ärger sowie berechtigte Nachbarbeschwerden und sicherlich auch langwierige, kostenträchtige Gerichtsprozesse ersparen möchte. Sie setzt offensichtlich mehr auf ein friedliches, konstruktives Miteinander mit ihren Bürgern und beteiligt sie rechtzeitig. In Nottuln hört man seitens der Verwaltung immer öfter den Hinweis auf das Verwaltungsgericht. 

Bleibt die Frage der Finanzierbarkeit für diese Anlage. Doch diese hat sich in der vergleichbaren Nachbargemeinde Senden mit ebenfalls rund 20.000 Einwohnern wahrscheinlich erst gar nicht gestellt, bzw. konnte sie positiv beantwortet werden. Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung in 2024 von gerade einmal 82 Euro ist sie natürlich keinesfalls vergleichbar mit Nottuln. Hier hat sich die Pro-Kopf-Verschuldung von 2020 bis 2025 vervierfacht und beträgt immerhin fast 2000 Euro, das ist rund das 25-fache von Senden.
Die Gemeinderatsmitglieder in Nottuln stehen gegenüber den Nottulner Bürgerinnen und Bürgern vor einer verantwortungsvollen Entscheidung, die sie demnächst, vielleicht schon am 28. April, treffen können. Doch Politik ist kein Wunschkonzert, sie muss sich im Rahmen des gesetzlich Zulässigen, Machbaren und Finanzierbaren bewegen, das müssen wir alle, auch unsere Jugendlichen, begreifen und akzeptieren.

Unsere Redaktion wird sich bis dahin mit der Lärm-Immissionsprognose und deren Vereinbarkeit mit der 18. BImschV am vorgeschlagenen Nottulner Standort auseinandersetzen. Unserem ersten Eindruck nach, scheint hier nicht alles plausibel zu sein. Vor allem macht uns der geringe Abstand zur naheliegenden Wohnbebauung Sorgen. Umweltämter empfehlen bei Skater-Neuanlagen grundsätzlich eine Entfernung von 160 Metern zu Allgemeinen Wohngebieten, um die gesetzlichen Lärm-Grenzwerte in vollem Umfang von vornherein einzuhalten. Die Gemeinde Nottuln sieht das offensichtlich anders und sieht bei wesentlich geringerem Abstand nicht einmal Lärmschutzwälle/-wände vor, die natürlich die Investitionskosten weiter in die Höhe treiben. Doch das alles bleibt einer endgültigen Prüfung und ggf. einer Rücksprache und Abklärung mit dem Ersteller der Immissionsprognose vorbehalten. 

Wir haben bereits vor Jahren, aufgrund der Bitte einer Ratsfraktion, ein Lärmgutachten einer Plausibilitätsprüfung unterzogen. Damals ging es um die "alte" Sportanlage im Nottulner Ortskern und die Frage, ob sie aus immissionsrechtlichen Gesichtspunkten am jetzigen Standort verbleiben kann. Der Gutachter sagte Nein! Bei unserer Prüfung stellten wir aber fest, dass der Gutachter unter anderem vergessen hatte, den Altanlagenbonus mit einzubeziehen. Um es abzukürzen: Es hieß letztendlich, die Anlage kann jetzt doch bleiben. Später wurde noch eine Lärmschutzmauer errichtet, was natürlich sinnvoll ist. Denn selbst bei Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Lärmrichtwerte sind und bleiben die Lärmeinwirkungen von Sportanlagen am Wohnort für die Anlieger störend. Das gilt insbesondere für die impulshaltigen, kurzen Lärmspitzen, die typischerweise auch bei Skateranlagen auftreten. Auch das sollten die Ratsmitglieder in ihre Entscheidung einfließen lassen, auch wenn sie selbst nicht an einer solchen Anlage wohnen.
Jahrzehntelange Erfahrungen diesseits mit den Nottulner Sportanlagen im Ortskern, sind ausreichend bekannt und sollten sich nicht an anderer Stelle wiederholen.

Was vornehmlich Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes - angesichts der akuten Bedrohung durch das Haushaltssicherungskonzept - dringend zur Kenntnis nehmen muss, ist, dass nur solche Vorschläge in den Gemeinderat eingebracht werden, die ohne weitere hohe Verschuldung der Gemeinde finanzierbar sind. Und das trotz Zuwendungen aus Förderungsprogrammen, die natürlich auch Senden für seine Skateranlage bekommen hat. Ausgerechnet unter seiner Führung der Amtsgeschäfte seit 2020 hat sich die desolate Haushaltslage in Nottuln ergeben, und das trotz seiner zweimaligen eklatanten Erhöhungen der Grundsteuer B für Eigenheimbesitzer in den letzten beiden Jahren.

Die anderen Baumbergegemeinden haben trotz wesentlich niedrigerer Grundsteuererhöhungen viel geringere Schulden, siehe hierzu auch unseren veröffentlichten Artikel https://www.nottuln-blickpunkt.de/768-zur-buergermeisterwahl-thema-finanzen-haushalt-hohe-pro-kopf-verschuldung.

Das Ergebnis unserer Plausibilitätsprüfung, dieses Mal einer Lärmimmissionsprognose, die übrigens erst vom 23.2.2026 stammt und um die wir wiederum gebeten wurden, wird vor dem Ratsbeschluss veröffentlicht. Abschließend möchten wir noch anmerken, dass unsere Redaktion in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Mobilität schon den Eindruck hatte, dass niemand den Jugendlichen von vorneherein etwas verwehren wollte, das wollen wir auch nicht. Doch sind die Ausschussmitglieder verpflichtet, nicht nach Sympathie zu entscheiden, sondern nach der Sachlage und den Fakten. Deshalb haben neben denen, die erst einmal zugestimmt haben, doch einige ihre erheblichen Bedenken aus Gründen der Finanzierung und des Immissionsschutzes angemeldet. Das ist richtig und bleibt aus Sicht der geschilderten Sachlage absolut verständlich und nachvollziehbar.

Fortsetzung (Teil 2) folgt.

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion