Blickpunkt Nottuln
02.11.2026
Blickpunkt Nottuln
Gemeinde

Exklusives Gebäude

Wohnen für Studenten und Auszubildende

Wer am Appelhülsener Bahnhof vorbeiläuft, erreicht in Kürze die Flüchtlingsunterkünfte, die offensichtlich in schlichter Schnellbauweise aus Fertigteilen errichtet wurden. Dahinter erstrahlt, von Modernität geprägt, das neue Gebäude für Studenten oder Auszubildende, denen fünf Appartements mit jeweils 35 qm und eine Dachgeschosswohnung zur Verfügung stehen. Der Kontrast ist groß! Das gesamte Treppenhaus ist verglast, das übrige Gebäude größtenteils verklinkert. Auf der Rückseite zieren mehrere Balkone das Gebäude. Beheizt wird es über eine Luftwärmepumpe, die seitwärts am Gebäude aufgestellt ist. Eine Solaranlage ist ebenfalls an Bord.

Betritt man das Gebäude, setzt sich der Eindruck fort (siehe Fotografien). Erreichbar sind die fünf Appartements in dem zweigeschossigen Gebäude, plus Staffelgeschoss, über eine innenliegende Treppe. Erstaunt waren wir über die moderne Aufzugsanlage, deren Einbau gem. § 39 Absatz 4 der Landesbauordnung (BauO NRW) erst für Gebäude mit mehr als drei oberirdischen Geschossen (also ab dem 4. oberirdischen Geschoss) Pflicht ist. Solche Anlagen sind bekanntermaßen sehr teuer, und zwar nicht nur in der Anschaffung und ihrem Einbau, sondern auch in der Unterhaltung.

Dass bei dieser Bauweise die vorher kalkulierten Kosten nicht einzuhalten sind, musste eigentlich jedem normal denkenden Menschen von vorneherein klar gewesen sein. So ist der nachzufinanzierende Betrag in Höhe von über 800.000 Euro auch kein Wunder. Alleine für die Aufzugsanlage sind Kosten in Höhe von 60.000 bis 100.000 Euro anzusetzen.

Natürlich hätten wir uns als Auszubildende auch gefreut, wenn uns damals so vorzüglich ausgestattete Appartements in einem so modernen Haus zu einer niedrigen Miete angeboten worden wären. Doch das Gegenteil war der Fall: Es waren einzelne Zimmer in einem Altbau. Ausgestattet mit jeweils einem Waschbecken und  fließendem kalten Wasser, ohne Duschgelegenheit, ließen sie jeglichen Komfort vermissen. Es gab keine Kochgelegenheit und die Toilette befand sich eine Etage tiefer im Flur. Genutzt wurde sie von meinem Zimmernachbarn, einem nebenanwohnenden Studenten, und mir. Was anderes hätten wir uns damals auch wohl kaum leisten können. Von einer eigenen Küchenzeile mit Geschirrspülmaschine und einem Hauswirtschaftsraum mit Waschmaschinen und Trocknern sowie einem separaten Aufenthaltsraum hatte man nicht einmal träumen können. Ja, es war eine andere Zeit, wird dann immer so leicht daher gesagt und heute, wird alles andere damit gerechtfertigt!
Trotzdem hatten wir auch ohne diesen Luxus viel Spaß und Freude während dieser Zeit. Wir waren eben sehr kreativ und stark im Improvisieren. Und das sind Eigenschaften, die man im späteren Leben immer wieder gut gebrauchen kann. 

Ob diese kostenintensive Bauweise der Verhältnismäßigkeit der Mittel entspricht und die hohen Entstehungskosten alleine mit dem angeführten Argument der Gemeinde, dass hier später auch andere (solventere) Mieter einziehen können, zu rechtfertigen sind, mag jeder selbst beurteilen, zumal unsere Gemeinde Nottuln mittlerweile hoch verschuldet ist. Wir meinen eher nicht, und hätte man nicht dann bei den Flüchtlingsunterkünften gleichermaßen handeln müssen? Schließlich sind es die Steuergelder der Bürgerinnen und Bürger, die hier eingesetzt werden.

Zudem stellt sich die Frage, ob bei so niedrigen Mieten (450 € pro Appartement, inklusive Heizung, Wasser und Internet) alleine die Kosten für den Unterhalt dieser Einrichtung gedeckt sind, von der Wirtschaftlichkeit einmal ganz abgesehen. Schließlich werden die Unterhaltungskosten bei so einem Gebäude mit Aufzugsanlage nicht gerade niedrig sein, und Rücklagen für Reparaturen müssen auch gebildet werden. Außerdem werden die Herstellungskosten durch die Erstellung der Außenanlagen, Pflasterung etc., noch steigen. Es wird interessant sein, wie hoch letzten Endes - nach Abnzug der Förderung - die Gesamtkosten für die Gemeinde sein werden und ob selbst die üppige Nachfinanzierung reichen wird.

Den Bewohnerinnen und Bewohnern wünschen wir natürlich viel Freude an und in ihren Wohnungen: Sie haben viel Glück gehabt.
Natürlich hält auch unsere Redaktion es für wichtig, für Auszubildende und Studierende etwas zu tun, wenn sie, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr während dieser Zeit bei ihren Eltern wohnen können. Bereits in einem Gespräch mit Dr. Dietmar Thönnes, während seiner damaligen Vorstellung in unserem Hause als Bürgermeisterkandidat, hatten wir vorgeschlagen, ältere, kaum oder nicht mehr genutzte vorhandene Wohnungen bzw. Gebäude in Schapdetten zu sanieren, um sie als Wohnraum für Studenten aus Münster nutzen zu können. Schapdetten hatten wir, wie bereits angeführt, aufgrund leerstehender Gebäude, wegen der Nähe zu Münster, der vorhandenen Busanbindung und auch der guten Erreichbarkeit, zum Beispiel mit dem Pedelec, vorgeschlagen. Thönnes hielt jedoch aufgrund des Bahnhofes den Standort Appelhülsen für günstiger.

In der nachstehenden Bildergalerie können Sie sich weitere Bilder von der Wohnanlage und ihrem Umfeld anschauen und sich Ihre eigene Meinung bilden.

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

Gemeinde

Platane wird weiterleben

Der Gemeinderat hat mit Mehrheit so entschieden, danke! Schließlich ging es hier nicht um einen Baum, sondern um viele Bäume in dem von Personen stark frequentierten Ortskern. Und nicht zu vergessen: Es ging hierbei auch um eine präjudizierende Entscheidung für die Zukunft aller Bäume. Leider gibt es im Ortskern viele weitere Pflasterschäden, verursacht durch das Wurzelwerk von Bäumen.
Wir haben im NB ausreichend darüber berichtet und diesen Artikel auch den Ratsmitgliedern über ihre Fraktionsvorsitzenden zugeleitet. Natürlich haben die Ratsmitglieder trotzdem eine präjudizierende Entscheidung getroffen, aber mit einer grundsätzlich anderen Neuausrichtung, nämlich: "Bäume erhalten und nicht fällen." Das allein gebietet uns der Umweltschutz, genauer gesagt, der Klima- und Naturschutz, insbesondere im durch den Klimawandel aufgeheizten Ortskern.

Eine andere Entscheidung hätte letztendlich auch das Aus für einige Bäume der Lindenallee mit fatalen Folgen für das örtliche Klima und den Naturschutz bedeutet. Denn auf der Seite des Stiftsplatzes sind ebenfalls eklatante Schäden und Stolperstellen festzustellen, die in einigen Fällen sogar die Schäden unter der Platane übersteigen. Siehe Bilder im Artikel: https://www.nottuln-blickpunkt.de/858-zerstoerung-des-oekosystems-im-ortskern-geht-weiter. Diese Stolperstellen hätten eigentlich auch unserem Bürgermeister bei seinem jeweils donnerstags durchgeführten Markteinkauf auffallen müssen. 

Weitere eklatante Pflasterschäden
Natürlich gibt es neben den innerörtlichen Stolperstellen auch außerhalb des Ortskerns Pflasterschäden, die eklatante Stolperstellen darstellen, die ebenfalls behoben werden müssen. Doch für ganz wichtig hält es unsere Redaktion erst einmal, die eklatanten Stolperstellen im Bereich der Lindenalle auf dem Stiftplatz, die besonders für ältere und behinderte Menschen seit einigen Jahren eine akute Unfallgefahr darstellen, zu beseitigen.

Einstellung von Fachkräften in den Bauhof
Insofern stellt sich die Frage, ob es nicht aus Kostengründen sinnvoll ist, zwei junge Fachkräfte in den Bauhof einzustellen, die jeweils die in einem begrenzten Bereich auftretenden Pflasterschäden im und außerhalb des Ortskerns beseitigen. Bäume wachsen nun einmal immerfort und somit auch ihr Wurzelwerk. An Arbeit würde es ihnen daher sicherlich nicht mangeln. Aus des Volkes Mund hören wir in Nottuln immer wieder: "Neben Managern und Koordinatorinnen brauchen wir in der Gemeindeverwaltung Nottuln auch Leute, die richtig zupacken können."

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

 

 

Gemeinde

Neuausrichtung der Baum- und Grünpflege dringend notwendig

Erst wurden völlig unnötig sechs große, kerngesunde, 50 Jahre alte Eiben im Ortskern gefällt, obwohl die Eibe in allen europäischen Ländern zu den geschützten Pflanzenarten gehört (wir berichteten). In Kürze wird die verdurstete Flatterulme geköpft und dann soll auch noch eine kerngesunde Platane folgen, usw. usw. Damit dieser Irrsinn endlich aufhört, brauchen wir endlich eine Neuausrichtung der Baum- und Grünpflege in Nottuln. Es muss sich vieles ändern! Peter Wermeling, ehemaliger Leiter des Grünflächenamtes, hatte eindrucksvoll damit begonnen. (Siehe auch: https://www.nottuln-blickpunkt.de/426-im-fruehjahr-soll-es-hier-summen-und-brummen.) Leider ist er gegangen. Offensichtlich hatte man ihn trotz seiner Kompetenz nicht mit den erforderlichen Vollmachten, die für eine erfolgreiche Arbeit in seinem Fachgebiet notwendig waren, ausgestattet, so unser Eindruck.

Übrigens hat sich unsere Redaktion auch die offenliegenden Baumwurzeln der Platane und die durch sie verursachten Stolperstellen angesehen. Sollte die Gemeindeverwaltung (an vorderster Front steht übrigens der Bürgermeister) und die Mehrheit der Ratsmitglieder bei ihrer anstehenden Entscheidung sich auf die bisher genannten Gründe zur Fällung der Platane zurückziehen, dann müsste auch fast die ganze Lindenallee am stark frequentierten Stiftsplatz, zumindest auf der Kurienseite, gefällt werden. Dort sind weitaus mehr Stolperstellen, verursacht durch das Wurzelwerk, schon seit Jahren vorhanden (siehe Fotografien in der Bildergalerie). 
Das kann niemand wirklich wollen, Stolperstellen können auch auf andere Weise beseitigt werden.

Es geht hier nicht „nur“ um einen Baum, sondern um viele Bäume im gesamten von Personen stark frequentierten Ortskern und eine grundsätzliche Neuausrichtung der Baum- und Grünpflege in Nottuln: „Nicht fällen, sondern erhalten“. Das gebietet uns der Umweltschutz, genauer gesagt, der Klima- und Naturschutz, insbesondere im durch den Klimawandel aufgeheizten Ortskern.

 Zur Ulme
Bei der Ulme handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine heimische Flatterulme (Ulmus laevis), die ausgesprochen feuchtigkeitsliebend ist und ein wasserbezogenes und extrem weitreichendes Wurzelsystem hat. Sie gilt daher als Wasserbegleiter und ist perfekt an nasse Böden angepasst. Und genau deshalb müssen Flatterulmen während solcher extremen Trockenphasen, wie wir sie in den letzten Jahren hatten, ausreichend mit Wasser versorgt werden. Das ist offensichtlich nicht geschehen.
Doch nicht nur zu wenig Wasser, sondern speziell die Abgrabungen im Wurzelbereich der Ulme zur Anlegung der Pflanzenbeete im Jahre 2026 haben offensichtlich zu ihrem Absterben geführt. Doch leitende Angestellte der Gemeindeverwaltung und seiner Betriebe sollten so etwas wissen, und entsprechend handeln, zumal auch sichtbare Trockenschäden an anderen Bäumen, die lange nicht so viel Wasser bedürfen, in Nottuln aufgetreten sind.
Jetzt ist der Baum, der 2025 noch ganz gut ausschaute (siehe Fotografie), dem Tode geweiht. Immerhin können Flatterulmen bis zu 250 Jahre und bei günstigen Bodenbedingungen bis zu 500 Jahre alt werden.

Zur Platane
Kaum ist das Todesurteil über die Ulme beschlossen, soll ganz in der Nähe eine 48 Jahre alte kerngesunde Platane gefällt werden. Das Pflaster wird durch die Wurzeln angehoben und es entstehen Stolperfallen, so die sich immer wiederholenden Begründungen, als ob es in der heutigen Zeit keine sinnvollen Alternativen zur Beseitigung der Stolperstellen gäbe, als das Fällen. Schließlich macht diese Erfahrung doch fast jeder Hausbesitzer in seinem Garten, beispielsweise im Zuwegungsbereich oder an den Sitzplätzen (Terrasse).

Wir selbst haben eine stark wachsende, fast 40 Jahre alte Süßkirsche, die rund 12 bis 14 Meter hoch und deren Baumkrone sehr ausladend ist. Ihr Stamm ist mindestens doppelt so dick wie bei der Platane und Ihre starken Wurzeln haben das Pflaster hochgedrückt und reichten bis an unser Haus heran. Wir haben das Pflaster aufgenommen und die Wurzeln entsprechend eingekürzt, beziehungsweise den oberen Teil entfernt: Das ist ja nun wirklich nicht die Welt!
Dafür unseren Kirschbaum, den Passanten immer wieder in seiner Blüte oder leuchtenden Herbstfärbung bewundern, einfach zu fällen, käme uns nicht in den Sinn. Zumal er uns aufgrund seiner großen Krone viel Schatten spendet und für ein wunderbar angenehmes Klima sorgt. Im Frühjahr tummeln sich auf den schneeweißen Blüten ganze Bienenvölker und laben sich an ihrem Nektar. Die Süßkirschen selbst landen allerdings fast ausschließlich in den Mägen unserer Gartenvögel, aber der liebe Gott hat ja nicht nur für uns den Tisch gedeckt.

Die machen ja nur Dreck
Höchst bedauerlich ist auch das immer wieder in der Öffentlichkeit zu hörende Argument: „Die (damit sind die Bäume gemeint) machen ja nur Dreck!“ Natürlich müssen wir die Kirschkerne, und das sind Tausende (die Vögel fressen sie leider nicht mit), öfter zusammenkehren und im Herbst fast jeden zweiten bis dritten Tag den Rasen und die Wege sowie den Bürgersteig von den Blättern des Kirschbaumes befreien. Und es gibt weitere große laubabwerfende Bäume in unserem Garten. Das fällt uns gerade jetzt im Alter nicht immer leicht, zumal wir dafür nur Laubbesen benutzen, um nicht, wie beim Einsatz von Laubbläsern, die Insekten durch den starken Luftstrom zu töten. Schließlich werden sie von vielen Vögeln als Nahrung gebraucht, um über den Winter zu kommen.
Wenn Sie mehr über den Kirschbaum erfahren möchten, der das ganze Jahr über Mensch und Tier begleitet, dann lesen Sie bitte auch den Artikel: https://www.nottuln-blickpunkt.de/420-der-herr-der-blaetter.

Juristische Auswirkungen
Über eines müssen sich alle Beteiligten im Klaren sein: "Die Entscheidung des Gemeinderates hat letztlich eine präjudizierende Wirkung". Das heißt, dass diese Entscheidung als Beispiel oder Vorbild für die Zukunft dient und in ähnlichen oder gleichgelagerten Fällen dazu verpflichtet, es genauso zu machen. Das gebietet zudem auch der Gleichbehandlungsgrundsatz. Die Ratsmitglieder können also eine weitreichende Entscheidung fällen, die gegebenenfalls fatale Auswirkungen hat. Bei einer Zustimmung zur Fällung der Platane würde das sarkastisch gesagt bedeuten: "Die Bäume auf der Lindenallee bekommen auch ein "Recht" auf Fällung, beziehungsweise ihr Todesurteil.
Das kann niemand wirklich wollen.

Artikel am 11.10.2026 um 21:30 Uhr redaktionell überarbeitet und ergänzt.

Anmerkung der Redaktion in eigener Sache:
Der ehrenamtlich betriebene Nottulner Blickpunkt -NB- (eine Online-Zeitung, ohne jeglichen kommerziellen Hintergrund und damit unabhängig) setzt sich u. a. schon seit Jahren intensiv für den Umwelt- und Naturschutz ein. Davon zeugen viele Artikel, die sie größtenteils unter dem Button „Natur und Umwelt“, aber auch unter dem Button „Gemeinde“ finden.

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

Kultur

"Herbsttag"

von Rainer Maria Rilke

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.


Mit besten Herbstgrüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

Kultur

Bildband wird neu aufgelegt

Aufgrund der anhaltenden Nachfrage hat unsere Redaktion sich entschlossen, den Bildband "Nottuln ... ein starkes Stück Heimat" im kommenden Jahr neu aufzulegen. Die bisherige Auflage ist schon seit einiger Zeit ausverkauft. Der Gewinn ging ausnahmslos an die Kinderkrebshilfe Münster e.V. (siehe auch https://www.nottuln-blickpunkt.de/651-gemeinsam-helfen-wir-leben).

Interessant und bewegend war für uns, zu erfahren, dass der Bildband auch den Weg in andere Länder gefunden hat, beispielsweise Amerika und Australien. Nottulner Eltern haben ihn an ihre Kinder geschickt, die ihren Arbeitsplatz oder ihre Liebe weitab von Nottuln gefunden hatten. Vielleicht auch in der Hoffnung, dass sie eines Tages wieder den Weg zurück in ihre Heimat nach Nottuln antreten werden. 

Doch die Zeit ist auch in Nottuln, Appelhülsen, Darup und Schapdetten nicht stehen geblieben. Der Bildband wird daher einige Ergänzungen und Veränderungen erfahren. Deshalb brauchen wir noch ein bisschen Zeit und bitten um Ihre Geduld. Angeblich ist ja die Vorfreude die größte Freude. Der Bildband ist dann wieder in der Stiftsbuchhandlung Esplör in Nottuln erhältlich. Den genauen Termin werden wir rechtzeitig bekanntgeben.
Den damaligen Artikel mit Bildergalerie zur Erstvorstellung des Bildbandes mit 304 Seiten und 380 Fotografien können Sie gerne einsehen unter https://www.nottuln-blickpunkt.de/313-nottuln-ein-starkes-stueck-heimat.

Bis dahin "Guet goan" und bleiben oder werden Sie gesund!

Ihre Redaktion 
Karin und Jürgen Gerhard

Kultur

Sophia Ruff und ihre selbst erstellte historische Kleidung

Auf den Daruper Landtagen unterhielten wir uns wie jedes Jahr, mit vielen interessanten Menschen, die alle das gleiche verband: die Kunst und die Liebe zu dem, was sie gestalten und ausstellen. Die einen betreiben es als Hobby, andere müssen auch davon leben können.

Heute möchten wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, Sophia Ruff und ihre Kunst präsentieren. Wir trafen sie im AWO-Bildungshof in Darup, dessen nachweisbare Geschichte spätestens im 15. Jahrhundert begann. Dort zeigte sie sich uns in einem bildhübschen historischen Kostüm. Wir waren sehr beeindruckt!

Das Kostüm hat sie nach einer Modezeichnung aus dem 19. Jahrhundert selbst gefertigt. Der dazu vorliegende alte Schnitt entsprach aber der Kostümgröße 46. Keine idealen Voraussetzungen, wenn man selbst die Größe 36 hat. Umso mehr bewunderten wir ihre Geschicklichkeit, das Kostüm mit Jäckchen auf ihre Größe zu adaptieren. In letzterem konnte man noch die Stecknadeln erkennen, die eine verzierende Bordüre fixierten. Sophia war gerade dabei, sie von Hand anzunähen.

Trotzdem machte sie uns die Freude und zog das Jäckchen mit den Keulenärmeln, die erstmals Ende des 16. Jahrhunderts aufkamen und insbesondere im Biedermeier und dann wieder um 1900 modern waren, noch schnell einmal über. So konnten wir das von ihr präsentierte Gesamtkunstwerk vor dem historischen AWO-Bildungshof fotografisch festhalten: bezaubernde Anblicke – vielen Dank dafür.

Hinweis: In der anschließenden Bildergalerie können Sie sich weitere Fotografien anschauen.

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

Natur/Umwelt

Teil 2: Vier auf einen Streich

Es ist immer wieder ein kleines Wunder, wenn sich plötzlich kleine, silbergraue Federbällchen zum ersten Mal in der Natur zeigen, natürlich begleitet und bewacht von ihren Eltern.
Olivia und Henry, zwei wunderhübsche Schwarzschwäne, hatten fast sechs Wochen lang gebrütet, und das Ergebnis ist fulminant: Es sind nicht nur Drillinge, wie auf dem Bild sichtbar, denn als sie die Gräfte des Wasserschlosses Haus Stapel verließen, plumpste noch ein weiteres Küken aus Henrys Federkleid ins hohe Gras.

Also Vierlinge, wie beim ersten Mal im Oktober 2025. Obwohl sich die Küken damals, bis in den Dezember hinein, wunderbar entwickelten, starben sie nach dem eiskalten Wintereinbruch. Da half leider auch nicht die Schutzhütte, die ihnen liebenswerte Menschen gebaut hatten (Falls sie ihre bemerkenswerte Geschichte noch nicht gelesen haben, können sie das gerne nachholen unter: https://www.nottuln-blickpunkt.de/783-und-jedem-anfang-wohnt-ein-zauber-inne).

Doch dieses Mal sieht die Zukunft wesentlich besser aus, denn Olivia hat ihren Nachwuchs bereits im April zur Welt gebracht. Über die Sommermonate hinweg sind aus den vier kleinen silbergrauen Federbällchen, putzmuntere, fast so große Schwäne wie ihre Eltern geworden. Bei unseren Recherchen vor Ort, trafen wir in den letzten Monaten viele Spaziergänger, die sich begeistert über die Schwarzschwanenfamilie äußerten.
Über das Happy End freuen sich nun alle ihre Fans, die ihre Entwicklung begleitet und um sie mitgefiebert haben, auch die Schlossbesitzerin Dr. med. Mechthild Freifrau Raitz von Frentz.

Bald werden die "Kleinen" flügge, ihre ersten Flugversuche konnten wir schon beobachten. Das braune Federkleid tauschen sie dann gegen das kleine Schwarze und ihre roten Schnäbel werden im Dunkeln leuchten. Ihre Entwicklung wird unsere Redaktion aufmerksam weiter verfolgen und darüber berichten.

In der anschließenden Bildergalerie lassen wir für Sie die bisherige Entfaltung der Küken noch einmal Revue passieren. Unsere Redaktion wünscht Ihnen beim Lesen und Betrachten viel Freude.

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

Gemeinde

Rabenvögel demonstrieren auf geschädigter Riesenulme vor dem Rathaus

Dass die Ulme nicht sehr gesund aussieht, wird jedem, der sie sich vor Ort anschaut, deutlich. Wie die Westfälischen Nachrichten (WN) allerdings dazu kommen, in ihrem heutigen Artikel zu schreiben, dass die Ulme kahl und dürr dasteht und nicht ein einziges Blatt hat, ist nicht nachvollziehbar.
Erstens ist die Ulme nicht dürr, sondern hat einen beachtlichen Stamm, und zweitens hat sie noch mehrere tausend grüne Blätter an ihrem Astwerk, ganz zu schweigen von der überaus beachtlichen Höhe des Baums; so die Fakten (siehe auch Fotos in der Bildergalerie).
Die Ulme lebt also noch, sie ist nicht abgestorben, nur weil ihre Baumkrone lichter geworden ist. Ihre grünen Blätter zeugen davon, wenn auch die WN weiterhin in der Themenbezeichnung über Leserbriefen konstant von der abgestorbenen Ulme spricht.

Unterscheidungsmerkmale der drei europäischen Ulmenarten
Ulmen zählen übrigens zu den gefährdetsten Baumarten Mitteleuropas. In einigen Regionen sind sie sogar unter Schutz gestellt. Hierzu gehören die Bergulme, die Feldulme und die Flatterulme, die voneinander nicht so ganz einfach zu unterscheiden sind, insbesondere jetzt, Anfang August, wo sie keine Blüten oder Fruchtstände mehr tragen. Doch gibt es auch in der jetzigen Jahreszeit besonders typische Merkmale, die bei den drei Arten wie folgt aussehen: 

Bergulme: Gegenüber der Feld- oder der Flatterulme hat sie flügelartige Verwachsungen an den Ästen, sogenannte Korkleisten. Zudem hat sie sehr kurze Blattstiele. Ihre Blattnerven gabeln sich und ihre Blattspitze zeigt mehrere Nebenspitzen. Die Blattoberfläche selbst ist rau.

Feldulme: Hingegen hat die Feldulme keinen Blattstiel und nur eine einzige Spitze. Zwar gabeln sich ihre Blattnerven ebenfalls, ihre Blattoberfläche ist aber glatt.

Flatterulme: Hingegen hat die Flatterulme wieder einen Blattstiel. Ihre Blattoberfläche ist wie bei der Bergulme rau und sie hat auch nur eine Blattspitze, aber ihre Blattnerven gabeln sich in der Regel nicht. Die vom Hauptnerv abzweigenden Seitennerven, verlaufen meist gerade und ungeteilt, bis an die Blattränder, im Gegensatz zu den anderen beiden Ulmenarten.

Um welche heimische Ulme handelt es sich?
Da bisher von der hiesigen Presse die Ulme nur ganz allgemein angesprochen wurde, werden sich unsere Redakteure die hiesige Ulme genauer anschauen, um ihre Art zu bestimmen. Die Unterscheidung ist wichtig, weil das Ulmensterben (Holländische Ulmenkrankheit) durch den Pilz Ophiostoma novo-ulmi auf unterschiedliche Resistenzen der drei hiesigen Ulmenarten trifft. So zeigt sich die einheimische Flatterulme (Ulmus laevis) deutlich widerstandsfähiger und wird daher von den Ulmensplint-Käfern, die diese Pilzkrankheit übertragen, viel seltener befallen. Leider verstopft der Pilz die Wasserleitungsbahnen und der Baum verdurstet.

Aufgrund der angeführten Blattstruktur und der Stammstruktur eingangs in die Erde, vermuten wir, dass es  sich bei der Rathausulme um die widerstandsfähige Flatterulme handelt (siehe auch erstes Bild in der anschließenden Bildergalerie)! Sie ist das einzige heimische Gehölz, das in Ansätzen Brettwurzeln ausbilden kann. Eine genaue Überprüfung wird Sicherheit geben.
Eines kann aber auch schon jetzt gesagt werden: Die kürzlich maschinell durchgeführten Abgrabungen für die Anlegung eines Staudenbeetes, fast direkt neben dem Ulmenstamm, waren der um ihr Überleben kämpfenden Ulme absolut nicht dienlich, auch wenn sie ein Tiefwurzler ist.

Erkennen des Pilzbefalls/Wasserbedarf
Übrigens werden die ersten Anzeichen des Pilzbefalls an einer Ulme sichtbar, wenn im Sommer ihre Blätter welken, sich vergilben, einrollen und am Ast verbleiben. Später gibt es weitere Anzeichen.
Allerdings haben Ulmen gerade in der jetzigen, lang anhaltenden, heißen Trockenzeit einen erhöhten Wasserbedarf, insbesondere ältere Bäume, wie die vor dem Rathaus stehende Ulme. Obdem die Gemeinde-Verwaltung bisher nachgekommen ist, bleibt zumindest fraglich. Einige andere, ältere Bäume in der Gemeinde zeigen ebenfalls Trockenschäden.

Ergänzung folgt!

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

 

 

 

 

Gemeinde

Digitales Schuldenbarometer gehört auf die Nottulner Start-Webseite

Nun haben sich die Westfälischen Nachrichten (WN) auch mit den Schulden der Gemeinden beschäftigt. Und siehe da: Die Nottulner haben die meisten Schulden! Auch unsere Redaktion hat sich bereits im September 2025 mit den Schulden der Baumbergegemeinden Nottuln, Billerbeck, Havixbeck und Senden befasst, siehe auch Artikel: https://www.nottuln-blickpunkt.de/768-zur-buergermeisterwahl-thema-finanzen-haushalt-hohe-pro-kopf-verschuldung.

Doch das reicht bei weitem nicht aus, schließlich leben wir im digitalen Zeitalter: Nottulner Bürgerinnen und Bürger müssen sich jederzeit und ohne Umwege über ihre aktuellen Schulden auf der Gemeinde-Webseite Nottuln informieren können. Dazu gehört ein Schuldenbarometer auf der Startseite des gemeindlichen Internetauftritts. Ein direkter Zugriff muss von dort aus für jede und jeden, jederzeit möglich sein. Dort müssen natürlich die bisherigen Schulden und neue Schulden, die aufgrund von Ratsbeschlüssen oder von der Gemeindeverwaltung von sich aus gemacht werden,  projektbezogen und zeitnah ersichtlich sein, natürlich in Abgrenzung zu den erhaltenen Förderbeiträgen. Hierbei muss auch deutlich werden, ob die Förderbeiträge nur in Aussicht gestellt oder bereits ein Bewilligungsbescheid bei der Gemeinde vorliegt, beziehungsweise schon geflossen sind. Alle Angaben müssen nachvollziehbar und plausibel sein.

Stufenplan
Insofern wäre es sinnvoll, nach einem Stufenplan zu verfahren, der in der ersten Stufe erst einmal ein Schuldenbarometer vorsieht, welches die aktuellen Schulden anzeigt und monatlich aktualisiert wird. In einem zweiten Schritt sind dann die angesprochenen Parameter projektbezogen darzustellen. Wir brauchen umgehend so ein klares, übersichtliches Instrument, das die Finanzpolitik von Nottuln für alle Bürgerinnen und Bürger transparent und leicht verständlich darstellt.
 
Bürgerinnen und Bürger zahlen für die Politik vor Ort
Nach den Prokopfschulden von rund 500 Euro, die sich seit dem Amtsantritt von Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes (Ende 2020) bis heute mehr als verdreifacht haben (1745 Euro), ist diese Maßnahme mehr als erforderlich, zumal mit den bereits geplanten Großprojekten mehrere Millionen Euro an Schulden dazukommen. So soll ein Bürgerforum nach jetzigen, nicht nachvollziehbaren Berechnungen, 5,2 Millionen Euro kosten. Offensichtlich hat Bürgermeister Thönnes ein flottes Händchen beim Schuldenmachen, aber diese werden um jedes weitere Mal auf den Buckeln der Bürgerinnen und Bürger abgeladen: siehe die zweimal hintereinander erfolgten, exorbitanten Erhöhungen der Grundsteuer B für Hausbesitzer! Darin ist Thönnes wiederum absolute Spitze, vergleicht man ihn mit den Bürgermeistern anderer Baumbergegemeinden, die da wesentlich zurückhaltender waren.
Das probate Mittel von Thönnes ist es, immer wieder den Gemeinderat mit der Förderung von öffentlichen Mitteln für seine Projekte zu locken, und leider scheint es, immer wieder zu funktionieren. Dabei scheut er seit Neuestem nicht, für sein Prestigeobjekt alle Vereine vor seinen Karren zu spannen.

Rathaus durch die Hintertür
Dafür muss man nur den richtigen Namen finden: "Bürgerforum"! Handelt es sich nicht eher um den verdeckten Neubau eines Rathauses, was er offensichtlich schon lange anstrebt? Wenn die Ausnutzung des neuen Gebäudes dann geringer sein sollte, als vorgesehen, könnten die Räumlichkeiten im Untergeschoss wahrscheinlich ohne große Probleme wie die im Obergeschoss genutzt werden, nämlich von der Gemeindeverwaltung.

Die Bürgerinnen und Bürger Nottulns, haben aufgrund der hohen Verschuldung ihrer Gemeinde Nottuln, deren Konsequenzen sie vor kurzem gleich zweimal hintereinander, enorm zu spüren bekamen, ein Recht darauf, sich jederzeit über den aktuellen Gesamtschuldenstand der Gemeinde und die daraus für sie resultierende Prokopfverschuldung zu informieren. Ein aktualisiertes Schuldenbarometer (in grafisch, aussagekräftiger Form, siehe oben links) auf der Start-Webseite ist ein demokratisches Instrument, das sie ohne Umschweife sofort und rechtzeitig informiert, damit sie überhaupt ihre demokratischen Möglichkeiten wahrnehmen können. 

Öffentlicher Antrag gem. GO NRW an den Bürgermeister 
Unsere Redaktion, bzw. wir als Nottulner Bürger, werden daher einen Antrag gem. § 24 Gemeindeordnung NRW an den Bürgermeister und die Verwaltung Nottulns stellen und sie bitten, diesen Antrag dem zuständigen Ausschuss und dem Gemeinderat zur Diskussion und Abstimmung vorzulegen. Die Ausschuss- und  Gemeinderatsmitglieder bitten wir für die Realisierung dieses demokratischen Instruments um Zustimmung. Es ist ein wertvoller Beitrag für alle Bürgerinnen und Bürger Nottulns, die von den Ratsmitgliedern und den sachkundigen Bürgern im Gemeinderat vertreten werden, aber auch für letzgenannte selbst.

Viel Macht in einer Person gebündelt
Letztendlich ist Thönnes politischer Repräsentant der Gemeinde, Vorsitzender des Gemeinderates  sowie Chef der gesamten Gemeindeverwaltung. Da ist ganz viel Macht in einer Person gebündelt. Damit muss ein Bürgermeister sehr vorsichtig und verantwortlich umgehen, schließlich gibt er nicht sein eigenes Geld, sondern das der Bürgerinnen und Bürger Nottulns aus. Ob ihm das jeden Tag bewusst ist, scheint fraglich – das wird auch durch die Leserbriefe in den Westfälischen Nachrichten (WN) deutlich.
Deshalb bedarf es einer sehr kritischen Haltung des Gemeinderates, der inhaltlich und gewissenhaft alles nachprüft, bevor er sich entscheidet, gerade bei einem so davon galoppierenden Bürgermeister. Natürlich müssen ihm dazu nachprüfbare, nachvollziehbare Unterlagen vorliegen, insbesondere was die Finanzierung des Projektes betrifft! Mit der Begründung, es könnten öffentliche Mittel verfallen, wenn sie nicht schnell beantragt werden, sollte der Rat sich nicht unter Druck setzen lassen und voreilige Entscheidungen fällen. Übrigens: Auch die Rolle rückwärts ist Bestandteil von Gemeindepolitik. 

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

(Artikel ergänzt am 25.7.2026)