Blickpunkt Nottuln
30.01.2026
Blickpunkt Nottuln

Doch der kleine Vogel gilt auch als Symbol für den Besuch verstorbener Angehöriger 

Das kann ich durchaus bestätigen, denn kurz vor Weihnachten begegnete mir ein wunderschönes Rotkehlchen an der Grabstätte unserer Mutter auf dem Nottulner Friedhof. Ich war gerade mit Pflanzarbeiten beschäftigt und habe sie natürlich sofort unterbrochen. Das Rotkehlchen schaute mich prüfend an und untersuchte ganz nebenbei den von mir aufgewühlten Boden nach Nahrung. Kaum war es damit fertig, setzte es sich direkt vor mir auf die Grablaterne und genoss die von unten aufsteigende Wärme der dort brennenden Kerze; ganz schön clever.

Es war ein schöner gemeinsamer Moment des Vertrauens und des Innehaltens. Später begegnete mir ein weiteres, ebenfalls sehr hübsches Exemplar im Naturschutzgebiet Nonnenbachtal.
Rotkehlchen singen übrigens fast das ganze Jahr über und vertreiben Eindringlinge in ihr Territorium - trotz ihres niedlichen Aussehens - sehr nachhaltig. Sie scheinen auch Überlebenskünstler zu sein, denn man sieht sie gegenüber anderen Singvögeln noch relativ oft.

Wir hoffen, auch Sie haben ein bisschen Freude an ihnen und vielleicht auch ein eigenes Rotkehlchen im Garten. Und wenn nicht, dann sollten Sie die Vögel zumindest über die kalte Jahreszeit füttern und einige Nistkästen (für Rotkehlchen sogenannte Halbhöhlen) an geeigneten Orten anbringen. Das Einflugloch oder der Einflugbereich muss zum Schutz vor der Wetterseite (Westen) und praller Mittagssonne (Süden) jeweils nach Osten oder Südosten zeigen.
Sie werden schon nach kurzer Zeit feststellen, dass hierdurch viel mehr Leben in Ihrem Garten entsteht und Sie einen sinnvollen Beitrag zur Artenschutzerhaltung leisten, siehe auch https://www.nottuln-blickpunkt.de/316-ueber-60-prozent-der-vogelarten-haben-stark-abgenommen.

Mit besten Grüßen 

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

Die kleinen Piepmätze brauchen uns dringend

Schauen wir uns in den Gärten unserer Siedlung um, dann müssen wir leider feststellen, dass kaum noch Vogelhäuschen aufgestellt werden. Sicher, wir sind alle älter geworden, oft schon längst pensioniert, und so manchem ist es vielleicht zu viel Arbeit, die Vögel regelmäßig zu füttern. Doch wenn wir die neuesten Zahlen des IUCN (International Union for Conservation of Nature) hören, dann ist es dringend erforderlich, den noch vorhandenen Vogelbestand mit gezielter Zufütterung durch den Winter zu bringen. Ansonsten wird sich die derzeitige Entwicklung noch weiter verschlimmern. 

Deshalb unsere dringende Bitte: Stellen Sie an geeigneten Stellen Vogelfutterhäuser auf und befüllen Sie diese täglich. Wecken Sie dadurch auch das Interesse für Ihre Kinder. Denn es macht Freude, die unterschiedlichen Vogelarten beim Fressen durch ein Fenster beobachten zu können. Sei es ein Rotkehlchen, eine Meise, ein Zaunkönig oder auch "nur" eine Horde von Spatzen. Alle ermuntern uns mit ihrem fröhlichen Gezwitscher, wenn sie sich nicht weit vom Futterhaus tummeln und warten, dass ein Platz für sie frei wird. Und das geht meistens sehr schnell, denn es herrscht viel Leben in diesem Haus. Manchmal müssen sich die Gäste jedoch gedulden, dann hat sich wieder mal ein Eichhörnchen im Vogelhaus breitgemacht, und es dauert ein wenig länger. Doch zu guter Letzt werden alle satt!

Was das Futter betrifft, ist es besser, dieses selbst zu mischen. Man kann es auch so handhaben, dass man dem gemischten Streufutter weitere Sonnenblumenkerne zugibt, denn ihr Anteil ist meist zu gering, sie sind wohl etwas teurer. Zusätzlich mischen wir noch etwas Fettfutter für die "Weichfresser" darunter.

Natürlich befüllen wir jeden Abend das Futterhaus erneut, sonst haben wir am nächsten Morgen eine Reihe von Spatzen dort sitzen, die protestvoll durchs Küchenfenster hereinschauen. Manche fliegen sogar in den Blumenkasten und verleihen dem Protest massiven Nachdruck. Da heißt es, das Frühstück zu unterbrechen und erst einmal die Piepmätze versorgen. Mitunter ist ein kleiner Zaunkönig dabei, den man aufgrund seiner zwergenhaften Gestalt leicht unterschätzt. Doch dieser kleine Kerl weiß sich durchaus zu behaupten. Selbst die für ihn riesengroßen Amseln scheinen ihn nicht sehr zu beeindrucken, mutig erkämpft er sich seinen Platz im Futterhäuschen.

Und sind wir doch einmal ehrlich: Neben dem tristen Grau und Braun, den zurzeit vorherrschenden "Farben" im winterlichen Münsterland, sind es doch gerade jetzt, die farbenfrohen und lustig zwitschernden Vögel, die jeden Tag wie ein kleiner Lichtblick in unser Haus einfallen. Das ist allemal das Füttern dieser liebenswerten kleinen Geister wert. Einige Vogelarten, wie den farbenfrohen Gimpel, die Grünfinken oder die Stiglitze, haben wir in diesem Winter noch nicht in unserem Vogelfutterhaus gesehen, was angesichts der neuen Zahlen des IUCN nicht erstaunlich ist. Die primäre Ursache hierfür ist der starke Insektenrückgang um 75 % in den letzten Jahrzehnten. Die Vögel benötigen aber die Insekten (Eiweiß) als Nahrung für die Aufzucht ihres Nachwuchses.

Deshalb möchten wir noch einmal betonen, dass es angesichts dieser alarmierenden Entwicklung umso wichtiger ist, den noch vorhandenen jetzigen Bestand an Wildvögeln durch Zufütterung über den Winter zu bringen.

Und nun folgt eine kleine Reise durch die farbenfrohe Vogelwelt mit Fotografien aus vergangener Zeit in unserem Garten. 

Mit besten Grüßen
Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

Trauer und Freude liegen oft nah beieinander

Es war einmal ein schwarzes Schwanenpaar, das lebte glücklich und zufrieden in einer wunderschönen Landschaft im Münsterland. Sie war geprägt von grünen, saftigen Wiesen und umliegenden Wäldern. Mittendurch verlief ein Flüsschen, auf dem sie fast das ganze Jahr herumschwammen und die leckere Entengrütze verspeisten. Alle Menschen, die vorbeikamen, bewunderten das edle, sich äußerst zugetane Schwanenpaar und erfreuten sich seines Anblicks. 
Doch ihr großes Glück war leider nur von kurzer Dauer. Vollkommen unerwartet verendete einer der beiden.

Von nun an trauerte der allein zurückgebliebene Schwan und mit ihm alle Mitglieder des Angelvereins, die fast jede Woche das glückliche Paar zu Gesicht bekamen. Sie waren tief erschüttert über das Unglück und wollten dem trauernden Schwan helfen. Schnellstens einigten sie sich darauf, ihm einen neuen Partner zu besorgen. Das war aber einfacher gedacht als getan, denn sie kannten das Geschlecht des verstorbenen Schwans nicht: War es ein Männchen oder ein Weibchen? Schnell sammelten sie ein paar Federn von ihm ein und ließen sie untersuchen: Der Verstorbene war männlichen Geschlechts. 

Endlich konnte die Suche nach einem neuen Partner für die Trauerschwänin beginnen! Doch auch das gestaltete sich schwierig. In ganz Deutschland suchte man einige Monate vergeblich. Erst im Oktober 2024 wurde man in Sachsen-Anhalt fündig, und jetzt ging alles äußerst schnell! Mit dem Auto fuhr man nach Quedlinburg. Zum sicheren Transport brachte man den großen Schwan in einem ebenso großen Hundekäfig unter. Um den Reisestress zu reduzieren, wurde er mit einem Tuch zugedeckt. Nun konnte die für den Schwan doch ziemlich lange Reise in seine neue Heimat beginnen. 

Liebe auf den ersten Blick
Im neuen Zuhause angekommen, wurde der Käfig nahe seiner künftigen Gattin abgeladen und vorsichtig geöffnet. Der mächtige Schwan verhielt sich zögerlich, war hier doch alles furchtbar neu und ungewohnt. Als er jedoch seine hübsche Partnerin im Wasser schwimmend erblickte, war es mit seiner Zurückhaltung vorbei. Eilig spazierte er aus dem Käfig und gesellte sich zu ihr. Intensiv musterte er seine Braut und es entstand sofort der Eindruck: Das ist Liebe auf den ersten Blick!
Und wahrhaftig, es dauerte nicht lange, und die beiden vereinigten sich. Dann war die Schwänin für einige Zeit verschwunden, vermutlich brütete sie an einem sicheren Ort. Bereits Ende Oktober war die Überraschung perfekt: Vier silbergraue, flauschige Küken schwammen mit ihren Eltern auf dem Wasser. Einige Tage später konnte man sie bereits auf der Wiese grasen sehen, ein bezaubernder Anblick!

Nun wünschen sich alle Beteiligten, dass wenigstens die drei noch verbliebenen Küken den Winter überleben. Mit rund sechs bis acht Monaten werden sie flügge, aber das liegt noch in weiter Ferne. Ursprünglich kommen die Schwarzschwäne aus Australien, und dort ist der Winter viel milder als in Deutschland, die Tage sind meist sonnig.
Im Gespräch mit dem Angelverein erfuhr unsere Redaktion, dass sich seine MItglieder weiter um das Wohlergehen der Schwanenfamilie kümmern wollen. Auch wir werden dort so oft wie möglich vorbeischauen.

Hoffentlich hat Ihnen die Schwanengeschichte gefallen und Sie berührt, denn sie ist eine wahre Geschichte! Sie erklärt übrigens wieder einmal, warum die schwarzen Schwäne, abgesehen von der schwarzen Farbe, auch Trauerschwäne genannt werden. Den Wohnort der Schwanenfamilie verraten wir mit Rücksicht auf ihren Nachwuchs nicht, da sind wir uns mit dem Angelverein vollkommen einig. Die drei noch lebenden Küken sollen möglichst ungestört von ihren Eltern großgezogen werden können. Unsere Leser haben hierfür sicherlich Verständnis.

Damit Sie an diesem Erlebnis trotzdem teilhaben können, stellen wir Ihnen die Schwanengeschichte in Wort und 16 Bildern vor. Diese wurden übrigens aus gleichem Grund aus großer Entfernung mit einem Supertele-Objektiv aufgenommen. Dabei wurde darauf geachtet, dass die Örtlichkeiten nicht erkennbar und zuzuordnen sind.

Unten folgt eine Bildergalerie, deren Bilder Sie bildschirmgroß, wie in einer Diashow, betrachten können. Viel Freude beim Lesen und Schauen.

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

Ein Sprinter auf der Bremsspur
Ein Osterspaziergang mit der Familie hat absolut Tradition in unserem Hause. Doch der Rückweg wird immer erst dann angetreten, wenn mindestens ein Osterhase gesichtet wurde - das ist unser Prinzip seit vielen Jahren! Doch wenn wir ehrlich sind, war das in der letzten Zeit nicht durchzuhalten. So manches Mal mussten wir unser Vorhaben aufgeben und zu Hause angekommen, uns mit einem Schokohasen zufriedengeben. Hiervon wurden jedes Jahr deutschlandweit um die 340 Millionen Stück produziert. Davon können die Osterhasen in der freien Natur laut Wildtierstiftung mit einem derzeit geschätzten Bestand von rund zwei Millionen Feldhasen nur träumen.

Rückzugsräume und Brachflächen fehlen
Leider hat der Bestand der Feldhasen alleine in den 2000-Jahren um die Hälfte abgenommen. Primär dafür verantwortlich ist die von der Politik geförderte intensive Landwirtschaft, die kaum noch Rückzugsräume und Brachflächen freilässt. Auch im Naturschutzgebiet Nonnenbachtal ist das jährlich sich wiederholende Freischlagen von Deckungsmöglichkeiten an den Wiesen- und Waldrändern gegenüber der Population von Hasen kontraproduktiv. Außerdem mag der Hase keine Monokulturen aus Weizen, Raps oder Mais. Hingegen liebt er krautreiche Feldränder als Nahrungsquelle und Versteck. Das Anlegen von breiten Blühstreifen mit Wildkräutern kommt ihm daher sehr entgegen.

Unterschied Hase und Kaninchen
Übrigens unterscheiden sich Hase und Kaninchen trotz immer wieder vorkommender Verwechslung grundlegend voneinander, auch in ihrer Lebensweise. Auf den ersten Blick wird deutlich, dass Hasen viel längere dunkelgeränderte Ohren (auch Löffel genannt) als Kaninchen haben. Obendrein ist der Hase viel größer und erreicht ein Gewicht von bis zu sechs Kilogramm, ein Kaninchen nur rund zwei.

Die ausschließlich oberirdisch lebenden Hasen sind Einzelgänger und gesellen sich nur während der Paarungszeit zueinander. Kaninchen hingegen sind Rudeltiere und legen unterirdische Bauten und Tunnel an, in denen sie ihre Jungen großziehen, sich bei Gefahr verbergen und auch dort schlafen. Der nachtaktive Hase schläft übrigens tagsüber in seiner Sasse, einer selbst gebuddelten Mulde. Bei seiner Flucht ist der Hase fast doppelt so schnell wie ein Mensch und kann eine Geschwindigkeit von 70 bis  80 km/h erreichen, das Kaninchen etwa nur die Hälfte.

Übrigens halten sich Kaninchen oft in Wohngebieten auf, finden sie doch in den Gärten viele kleine Leckereien. Der Hase hingegen scheut diese Bereiche und hält sich lieber in Wiesen, Feldern oder am Waldrand auf, von wo er freie Sicht auf das Gelände hat. Schließlich kann der Sprinter hier seine hohe Laufgeschwindigkeit und seine abrupten Richtungswechsel (Haken schlagen) bei der Flucht gegen die Verfolger ausspielen.

Alter, Nahrung und Fortpflanzung
Trotzdem werden 50 % aller Feldhasen kein Jahr alt, die andere Hälfte kann in Freiheit das 12. Lebensjahr erreichen, wären da nicht die Jäger. Im Nonnenbachtal allerdings, so unser Eindruck, wurden die Hasen in den letzten Jahren in Ruhe gelassen, damit sich wieder eine gesunde Population entwickeln kann. Hoffen wir, dass weiterhin Rücksicht auf die Feldhasen genommen wird, denn insgesamt gesehen ist die Population immer noch rückläufig.

Als Nahrung dienen den Hasen grüne Pflanzenteile, gerne auch Wurzeln, Knollen und Getreide sowie - vor allem im Winter - auch die Rinde junger Bäume. Was die Fortpflanzung betrifft, bekommen die Häsinnen drei- bis viermal im Jahr bis zu sechs Junge, die Tragezeit beträgt dann rund 42 Tage. Die Junghäschen in einer Sasse, einer kleinen Mulde am Waldrand liegend, können zu viel Regen nicht vertragen. Die Nässe verklebt ihr Fell und die isolierende Wirkung geht verloren. Sie erfrieren förmlich, denn zu Ostern ist es oft noch recht kalt.

Meister Lampe braucht Rücksicht
Übrigens sollten Sie auf Ihrem Osterspaziergang oder auch sonst in der Natur Hasenkinder in einer Sasse antreffen, dann fassen Sie diese bitte nicht an, denn die Häsin kommt mindestens zweimal am Tag vorbei, um die Jungen zu säugen. Ansonsten hält sie sich aufgrund ihres Eigengeruchs von ihnen fern, um sie nicht zu gefährden.

Also nehmen Sie bitte ein bisschen Rücksicht auf Meister Lampe. Durch Ihr Verhalten tragen auch Sie zu einer gesunden Entwicklung und Erholung des Hasen-Bestandes im Nonnenbachtal bei. Vielleicht können wir dann eines Tages die während der Paarungszeit früher so oft zu beobachtenden "Boxkämpfe" der Hasen untereinander auch im Nonnenbachtal wieder sehen, vielleicht schon dieses Jahr. Halten Sie Ihre Augen weit auf und seien Sie aufmerksam auf Ihrem Osterspaziergang. Und wenn Sie Meister Lampe nur noch auf der Flucht von hinten sehen, dann wissen Sie auch, warum er von den Jägern so genannt wird. Die helle Unterseite seines Schwanzes (auch weiße Blume genannt) leuchtet dann hell auf wie eine Lampe.

Wenn Sie mehr über einen bezaubernden Hasen erfahren wollen, dann empfehlen wir Ihnen den Bestseller "HASE UND ICH" eine herzerwärmende Geschichte über eine lebensverändernde Begegnung von Mensch und Tier. Sie erhalten dieses Buch auch in der Buchhandlung Esplör in Nottuln.

Wir wünschen Ihnen auf Ihrem Osterspaziergang viel Glück beim Osterhasensuchen. Laut letzter Pressemitteilung in den Westfälischen Nachrichten soll der Feldhase ja wieder durchs Land hoppeln. Die Hasen im Naturschutzgebiet Nonnenbachtal scheinen aber diesen Artikel offensichtlich nicht gelesen zu haben, denn dort konnte ich sie nur selten beobachten.

Mit besten Grüßen und frohe Ostern

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

 

Die Sonne lacht nicht nur am Himmel, sondern auch auf den Frühblühern ...

... dieser Eindruck drängt sich einem förmlich auf, wenn Aurorafalter im noch recht jungen Jahr zum ersten Mal in Erscheinung treten. In diesem Jahr ist es besonders früh der Fall, wahrscheinlich wegen der rund drei Wochen zu früh eingetretenen Erwärmung durch die Klimaveränderung.

Im Gegensatz zum Zitronenfalter, der als Erwachsener auch Frost überlebt, muss der Aurorafalter mit dem Schlüpfen eigentlich bis nach den sogenannten Eisheiligen warten, die ungefähr Mitte Mai zu erwarten sind. Doch bereits heute warben gleich zwei schmucke, in den Lüften gaukelnde Männchen um ein einziges holdes Weibchen, dessen zarte Flügel recht neutral weiß gefärbt waren. Wer die "Schöne" letztendlich bekommen hat, war nicht nachzuvollziehen. Etwas erschöpft ließen sich die beiden Schwärmer auf unseren Frühblühern im Garten nieder. Für ihren Namen stand die römische Göttin Aurora, Sinnbild der Morgenröte, Pate.

Wiesenflächen-Mahd zwischen den beiden vorderen Trinkbrunnen unterlassen
Die bevorzugte Pflanze für ihre Nachkömmlinge (Raupen) ist das Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis), das ihnen als Futterpflanze dient und sich jetzt wieder auf den feuchten Wiesen im Nonnenbachtal ausbreitet. Die Eiablage erfolgt übrigens einzeln an Blüten oder Stängeln. Nach 4 - 12 Tagen schlüpft die Raupe, die sich viermal häutet. Im Juli erfolgt dann die Verpuppung und die Überwinterung. Im darauf folgenden Jahr, etwa April/Mai, schlüpfen die Falter. Insofern wäre es für die Aurorapopulation wichtig, wenn die Mahd zumindest auf der Wiesenfläche zwischen den zwei vorderen südlichen Trinkbrunnen unterbleiben würde - übrigens tanzen momentan die Aurorafalter dort.

Erfreuen Sie sich an den Schmetterlingen, den Gauklern der Lüfte, auch wenn sie bedauerlicherweise immer weniger werden.
(Siehe auch Artikel im NB "Schmetterlingsalarm" unter: https://www.nottuln-blickpunkt.de/667-schmetterlingsalarm)

Unsere Empfehlung
Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, kann auch im eigenen Garten einiges für die Gaukler der Lüfte getan werden. Wir empfehlen Ihnen, viele insektenfreundliche Stauden und Sträucher in Ihren Garten einzupflanzen, auch wenn Ihnen bewusst ist, dass in Nottuln 71 % der vorhandenen Fläche landwirtschaftlich genutzt wird und dagegen die gesamte Fläche der Gärten mit rund 2 bis 3 % recht klein ist.

 

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

 

Kröten und Bergmolche wandern zu ihren Laichplätzen

Die momentan steigenden Temperaturen sind der Anlass, dass sich die Kröten auf den Weg zu ihren Laichplätzen begeben. Gestern Nacht entdeckten wir auf den Zuwegungen im Baugebiet Bagno zum Ludgeruspättken und auch auf ihm selbst mehrere Exemplare. Offensichtlich war der Mühlenteich ihr Ziel. In einem Abstand von einem halben bis zu einem Meter untereinander saßen sie ruhig auf dem Boden und waren ohne Taschenlampe kaum zu erkennen. Somit besteht die Gefahr, dass sie durch Fußgänger oder Radfahrer verletzt oder getötet werden können.

Kröten wandern oft mehrere Tage zu den bis zu mehreren Kilometern entfernten Laichplätzen, schließlich schaffen sie täglich nur rund einen halben Kilometer. Nachts halten sie sich oft auf dem durch Sonneneinstrahlung aufgewärmten Straßenasphalt auf, dort sind sie durch den Verkehr besonders gefährdet.

Alle Kröten scheiden übrigens aus den Drüsen ihrer warzigen Haut starke Bitterstoffe aus, die sie vor Hautparasiten, aber auch vor möglichen Fressfeinden wie Ringelnatter und Storch schützen. Haben Sie die Kröte mit bloßen Händen angefasst, sollten Sie danach auf keinen Fall ihre Augen oder ihren Mund berühren. Handschuhe sind beim Anfassen und Transportieren hilfreich. Diese Bitterstoffe sind  bereits in den  3.000 bis 8.000 Eiern, die sie in Laichschnüren ins Gewässer abgeben und somit auch in den daraus entstehenden Kaulquappen eingelagert. Sie schützen sie vor ihren Fressfeinden, den Fischen.

Erstaunt waren wir über einige Bergmolche, die wohl ebenfalls dasselbe Ziel, den Mühlenteich hatten. Aufgrund ihrer dunkelgrauen Oberseite waren sie nur schlecht auf dem Boden zu erkennen. Auch sie bewegten sich kaum und sind der gleichen Gefahr ausgesetzt. Bergmolche sind übrigens sehr hübsch und filigran, ihre Unterseite ist bei den Männchen orangerot gefärbt.

Wir möchten Sie bitten, in den nächsten Tagen überall Acht auf Kröten, Bergmolche und alle anderen Lurcharten zu geben, damit sie unverletzt ihre Laichplätze, in denen sie auch geboren wurden, erreichen. Die Kröten- und Bergmolchwanderung dauert noch mindestens bis Ende März an, kann sich aber aufgrund der Witterungsbedingungen noch bis Mitte April hinziehen. Nach dem Ablaichen (Ende März/Anfang April) zieht sich die Kröte wieder auf das Festland zurück und besiedelt Offenland, Wälder und gerne auch Gärten.

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

 

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